Schweriner Oberbürgermeister muss sich Bürgerentscheid stellen

svz.de von
16. Juli 2008, 09:46 Uhr

Schwerin - Schwerins Bürger entscheiden am 27. April über eine Abberufung des wegen seines Krisenmanagements im Fall Lea-Sophie in die Kritik geratenen Oberbürgermeisters Norbert Claussen (CDU). Das haben am Abend die Stadtvertreter auf ihrer Sitzung mit der notwendigen Zweidrittel-Mehrheit beschlossen. Insgesamt stimmten 30 der 44 Abgeordneten für den gemeinsamen Antrag von SPD, Linkspartei, den Grünen und Unabhängigen Bürgern. Die 14 Vertreter der CDU-/Liberalenfraktion votierten geschlossen gegen die Entscheidung. In einer lebhaften Aussprache warben die Fraktionsvorsitzenden zuvor nochmals eindringlich für ihre Positionen.

Im weiteren Verlauf der Sitzung wollte sich das oberste Gremium der Landeshauptstadt auch mit dem Abschlussbericht des Sonderausschusses der Stadtvertreter zur Aufklärung der Todesumstände des fünf Jahre alten Mädchens befassen. Darin waren eklatante Mängel in der Arbeit des Jugendamtes festgestellt worden.

In dem am vergangenen Donnerstag mehrheitlich verabschiedeten Papier heißt es unter anderem, mit hoher Wahrscheinlichkeit sei davon auszugehen, „dass bei sachgerechterer Arbeit des Jugendamtes das tragische Ende des kleinen Mädchens hätte verhindert werden können“.

Lea-Sophie war im November in einer Klinik in Schwerin gestorben. Sie war nach monatelangen Qualen verhungert und verdurstet. Ihre Eltern sitzen in Untersuchungshaft. Gegen sie wurde inzwischen Anklage erhoben.

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