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Musik- und Volkshochschulkurse sollen mehr kosten : Schweriner Konservatorium erhöht die Preise

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Bislang müssen Eltern für 30 Minuten Einzelunterricht pro Woche für einen Jugendlichen im Jahr 552 Euro zahlen. Vom 1. September an soll das mehr werden. Die Musikschule will die Gebühren um bis zu 20 Prozent anheben.

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erstellt am 04.Feb.2013 | 12:06 Uhr

Anastasia Sibirtseva und Annabelle Mühlenbeck lieben Musik. Anastasia spielt Klavier, Annabelle Gitarre - immerhin schon seit sieben Jahren. Die beiden Mädchen haben sich im Konservatorium kennen gelernt und spielen gern zusammen, doch wie lange können sich ihre Eltern den Musikunterricht noch leisten?

Bislang müssen Schweriner Eltern für 30 Minuten Einzelunterricht pro Woche für einen Jugendlichen über das Jahr gerechnet 552 Euro bezahlen. Vom 1. September an soll das mehr werden. Die Musikschule will die Gebühren um bis zu 20 Prozent anheben, wie die Stadtverwaltung mitteilt. "Wir haben darauf seit mehreren Jahren verzichtet", sagt Christina Lüdicke, stellvertretende Direktorin des Konservatoriums. Die Gebührenanhebung habe nichts mit dem von der Landeshauptstadt eingeschlagenen Sparkurs zu tun. Die Kürzungswelle trifft das Konservatorium voraussichtlich auch nur mit 1500 Euro. "Wir haben der Verwaltung Einsparvorschläge vorgelegt", so Lüdicke.

Bei der Volkshochschule quietscht der Rotstift schon etwas lauter. Dort sollen 25 000 Euro Zuschüsse wegfallen. Wie sehr sich das auf die Kursgebüren niederschlägt, ist noch unklar. "Für die VHS ist die Kalkulation noch nicht abgeschlossen", sagt Stadtsprecherin Michaela Christen. Zusätzlich soll zum Jahr 2016 auch ein festangestellter Mitarbeiter gehen. Auch bei den Miet- und Betriebskosten könnte die Volkshochschule sparen. Etwa 220 000 Euro überweist die Einrichtung jährlich an das Zentrale Gebäudemanagement der Stadt für Miete, Hausmeister, Heizung, Strom, Wasser und Reinigung. Außerdem steht mit den aktuellen Überlegungen, die ehemalige Schelfschule wieder für den Schul- und Hortbetrieb zu öffnen, die Nutzung der Immobilie durch die VHS infrage. Das Konservatorium hingegen muss nicht um seine Räume bangen, für die es jährlich etwa 107 000 Euro an das Gebäudemanagement bezahlt. Und ob Anastasias und Annabelles Eltern weiter für den Musikunterricht ihrer Mädchen aufkommen können, hängt auch von ihrem Einkommen ab. Für Familien mit einem geringeren Einkommen bietet die Schule besonders günstige Sondergebüren an.

Unterdessen bangen etwa 1300 Schüler der Musik- und Kunstschule Ataraxia. Wenn die Stadt den jährlichen Zuschuss von 100 000 Euro für die vom Verein Ataraxia getragene Einrichtung streicht, müsste die Schule nach Informationen unserer Zeitung Insolvenz anmelden.

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