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Besserer Service für Eltern : Schwerin steckt mehr Personal in Schulen

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Sekretariate täglich besetzt: Eine Sekretärin kann durch das aus Berlin fließende Geld für das Bildungspaket bezahlt werden. Das ist nach Angaben von Gramkow so gut wie sicher.

svz.de von
erstellt am 18.Jun.2011 | 02:01 Uhr

Vom kommenden Schuljahr an haben Sekretärinnen in Schweriner Schulen mehr Arbeit auf ihren Schreibtischen. Das Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes und das Landesprogramm zur Selbstständigen Schule lösen den zusätzlichen Aufwand aus. Um diesen aufzufangen, sollen zwei zusätzliche Vollzeitstellen für die Sekretariate geschaffen werden. So plant es die Verwaltung. Die Stadtvertretung muss es noch abnicken.

Allerdings ist die Finanzierung noch unklar. Eine Sekretärin kann durch das aus Berlin fließende Geld für das Bildungspaket bezahlt werden. Das ist nach Angaben von Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke) so gut wie sicher. Die zweite Schulsachbearbeiterin könnte über eine Modellförderung des Landes finanziert werden. Das ist nach den Ausführungen Gramkows wiederum noch unsicher. Dafür müsste die Stadt eine Ausnahmegenehmigung beim Innenministerium einholen. Das hatte aufgrund der maroden Schweriner Haushaltslage eine Sperre über externe Neubesetzungen verhängt. Sollte die Stadt aus dem Ministerium ein "Nein" hören, "erhöht sich das Defizit Schwerins entsprechend", teilt Gramkow mit.

Fakt ist, dass zurzeit so wenig Sekretärinnen an den Schulen arbeiten, dass deren Büros der Stadtverwaltung zufolge zum Teil nicht täglich besetzt sind. Unterrichtsausfälle, Krankmeldungen können erst spät bearbeitet werden. Ansprechpartner für Schüler und Eltern fehlen. In einigen Fällen ist eine Sekretärin für zwei Schulen zuständig, wie an den Grundschulen John Brinckman und Nils Holgersson. Mit zwei zusätzlichen Stellen garantiert die OB, dass "das Sekretariat jeder Schule an fünf Wochentagen und mindestens je vier Stunden erreichbar ist".

Derzeit sind an den 23 städtischen Bildungseinrichtungen 29 Sachbearbeiterinnen beschäftigt. Statistisch hat eine Sekretärin im Schnitt knapp vier Minuten pro Woche, um die Belange eines der 13 000 Schweriner Schüler zu bearbeiten. Und mit dem Programm zur Selbstständigen Schule landet noch mehr Verantwortung bei ihr. Dann entscheiden in erster Linie Schulen, welche Lehrer sie einstellen. Die Bewerbungen erreichen die Sekretärin. Die Abrechnung von Reisekosten, Leistungen für Vertretungen, Fortbildungen und Förderungen sollen ebenfalls über den Schreibtisch im Sekretariat gehen. Das alles beginnt mit dem Schuljahr 2011/12. "Die notwendigen Vorbereitungen sind abgeschlossen", teilt die Oberbürgermeisterin mit. Wer die mit dem Programm Selbstständige Schule anfallende Mehrarbeit bezahlt, ist noch offen.

Anders verhält sich das beim Bildungspaket. Das sollte laut Berlin über die Jobcenter abgewickelt werden. Schwerin übergibt die Verantwortung auch an die Schulen und greift bei den Centern gleichzeitig das Geld für den Mehraufwand ab.

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