Schwerin ist laut Innenministerium doch keine Drogenhochburg

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10. Juli 2008, 06:57 Uhr

Die am Dienstag bekannt gewordene Statistik des Bundeskriminalamts spiegele nicht die reale Situation wider, hieß es aus dem Ministerium.

Schwerin - Die Antwort aus dem Ministerium kam postwendend: „Die Bezeichnung Schwerins als Drogenhochburg geht an der Realität vorbei.“ Grund für die unmissverständliche Reaktion: Nach einer am Dienstag bekannt gewordenen Statistik des Bundeskriminalamtes (BKA) registrierte die Polizei in der Landeshauptstadt im vergangenen Jahr 374 Rauschgiftdelikte – hochgerechnet auf 100 000 Einwohner. Damit wäre Schwerin die Stadt mit den meisten Drogenstraftaten in Ostdeutschland, gefolgt von Berlin mit 330.

Der Vergleich der Stadt nach der Häufigkeitszahl spiegele nicht die reale Situation bei der Rauschgiftkriminalität wider, sagt das Innenministerium. So belege Schwerin im bundesweiten Vergleich aller Landeshauptstädte und Städte ab 200 000 Einwohner einen Platz im Mittelfeld.

„Vergleicht man die Rauschgiftdelikte, nimmt Schwerin mit 360 tatsächlichen Fällen bundesweit den vorletzten Platz ein. Demgegenüber stehen Fallzahlen in anderen Großstädten von bis zu 11 000“, hieß es aus dem Ministerium.

Qualitativ unterscheide sich die Drogenszene in Schwerin deutlich von den Zentren der Drogenszene in Deutschland, so das Ministerium. „Während in den Zentren teilweise eine offene Drogenszene feststellbar ist, wurden in Schwerin wie insgesamt in Mecklenburg-Vorpommern überwiegend die vermeintlich weichen Drogen festgestellt.“

Beim Gesamtaufkommen der Straftaten habe die Rauschgiftkriminalität in Schwerin einen Anteil von 2,1Prozent (MV gesamt: 2,3 Prozent). „Landesweit hatte ganz MV mit 3414 Delikten bei einer vergleichbaren Einwohnerzahl im Jahr 2007 zum Beispiel nur ein Drittel der Rauschgiftdelikte der Hansestadt Hamburg“, so das Innenministerium.

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