Schwerin feiert 850. Geburtstag mit Festumzug

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05. Juni 2010, 07:10 Uhr

Bei strahlendem Sonnenschein hat Mecklenburg- Vorpommerns Landeshauptstadt Schwerin am Sonnabend ihr 850-jähriges Stadtjubiläum gefeiert. Rund 200.000 Zuschauer säumten die Straßen, als ein drei Kilometer langer Festumzug durch die Altstadt und am Schloss vorbei zog. In 150 Bildern stellten die mehr als 3000 Mitwirkenden, viele von ihnen in farbenprächtigen Kostümen, Episoden aus Geschichte und Gegenwart Schwerins dar.

Das ganze Wochenende wird noch mit Märkten, Bühnenshows, einem Barock- und einem Schlossfest gefeiert. Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke) hatte im Vorfeld mit rund 100.000 Besuchern gerechnet.

Dem historischen Teil des Umzugs voran ritt Slawenfürst Niklot, der 1160 von Heinrich dem Löwen besiegt wurde. Der Sachsenherzog Heinrich gilt als Gründer Schwerins. Eine Gründungsurkunde gibt es nicht, weshalb das Datum unter Historikern umstritten ist. Schon 1018 wurde nach Historikerangaben der slawische Ort Zuarin erstmals erwähnt. Das älteste überlieferte Dokument, in dem die Stadt erwähnt wird, stamme aus dem Jahr 1178.

Der Festumzug spannte den Bogen bis zur Gegenwart. Schulen, Unternehmen und Handwerkerinnungen stellten sich vor, das Maskottchen „Fiete“ der Bundesgartenschau 2009 in Schwerin hatte noch einmal einen Auftritt. Der 40-jährigen DDR-Geschichte waren ebenfalls Bilder gewidmet: Ein Trabi tuckerte mit einem Transparent mit der Aufschrift „Der Sozialismus siegt“ im Umzug mit, Pioniere mit blauen Halstüchern winkten in die Menge. Auch an die Wende 1989 wurde erinnert.

Der Festumzug, Höhepunkt der Festlichkeiten, ist mit Sponsorengeldern und Spenden finanziert worden. Rund 130 000 Euro wurden gesammelt, wie Oberbürgermeisterin Gramkow sagte. Darauf sei sie sehr stolz. Aus der Stadtkasse wäre der Umzug nicht bezahlbar gewesen, denn Schwerin hat Schulden in dreistelliger Millionenhöhe. Allein in diesem Jahr gibt die Landeshauptstadt mit ihren 96 000 Einwohnern 30 Millionen Euro mehr aus als sie einnimmt.

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