Schweinegrippe erreicht MV

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10. Juni 2009, 08:19 Uhr

Schwerin - Die Schweinegrippe hat nun auch ein erstes Opfer in Mecklenburg-Vorpommern. Ein 48-Jähriger aus dem Kreis Mecklenburg-Strelitz hat sich auf einer USA-Reise mit dem Erreger infiziert. Das Robert-Koch-Institut in Berlin hat einen ersten Verdacht des Landesamtes für Gesundheit und Soziales gestern Abend bestätigt, sagte Arne Boecker, Sprecher des Gesundheitsministeriums.

Der Mann war am vergangenen Freitag aus Amerika zurückgekehrt. Das Risiko, dass er andere angesteckt hat, sei laut Ministerium gering, weil die Informationskette „absolut vorbildlich“ funktioniert habe. Demnach hatte der Mann bereits bei seiner Ankunft am Düsseldorfer Flughafen über Unwohlsein geklagt. Nach einer ersten medizinischen Versorgung sei er auf ärztlichen Rat hin nicht mit dem Zug, sondern mit einem Mietwagen weitergereist. Zu Hause angekommen, habe er sich fast ausschließlich in seinem Wohnhaus aufgehalten.

Nachdem die Schweinegrippe bereits in elf Bundesländern nachgewiesen wurde, sei damit zu rechnen gewesen, dass so ein Fall auch in Mecklenburg-Vorpommern auftreten werde, sagte Sozial- und Gesundheitsministerin Manuela Schwesig. Behörden und Ärzte hätten sich seit Wochen auf den Ernstfall vorbereitet.

Seit Ende April sind bundesweit bislang 87 Menschen an der Schweinegrippe erkrankt. Allein gestern bestätigte das Robert-Koch-Institut, an das alle auffälligen Proben geschickt werden, elf neue Verdachtsmomente, darunter bei einem fünfjährigen Jungen aus Schleswig-Holstein und drei Schülerinnen aus Nordrhein-Westfalen. Mehr als 50 Patienten schleppten das Virus aus den USA ein, 21 Menschen steckten sich innerhalb Deutschlands an. Die Symptome der neuen Grippe ähneln mit Fieber, Atemwegsbeschwerden und Gliederschmerzen denen einer saisonalen Influenza. Bislang sind die Erkrankungen in Deutschland mild verlaufen.

Auch wenn laut Koch-Institut mit weiteren Erkrankungen gerechnet werden muss: Dramatisch sei das Auftreten von Einzelfällen wie denen in Deutschland nicht, warnt der Rostocker Tropenmediziner Emil Reisinger vor Panik: Die Grippestämme im vergangenen Winter seien gefährlicher gewesen. Reisinger und seine Kollegen von der Rostocker Universität forschen derzeit an einem Impfstoff, der noch vor dem Winter zur Verfügung stehen soll.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation meldeten bis Ende vergangener Woche 69 Länder rund 21 940 Fälle, von denen 125 tödlich endeten.

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