Schweden plant Atomlager an der Ostsee

svz.de von
28. März 2008, 04:58 Uhr

In Schweden soll offenbar ein Atom-Endlager gebaut werden. Wie die „Ostseezeitung“ gestern unter Berufung auf eine Sprecherin des Unternehmens Svensk Kärnbränslehantering (SKB) berichete, plant der Konzern den Bau einer Lagerstätte für 12000 Tonnen hochradioaktiven Abfalls im südschwedischen Oskarshamn direkt an der Ostseeküste. Das etwa 300 Kilometer Luftlinie von MV entfernte Endlager solle den Müll von zehn schwedischen Atommeilern aufnehmen. Die Fertigstellung sei bis 2018 vorgesehen.

Als weiterer Standort ist dem Bericht zufolge das 150 Kilometer nördlich von Stockholm liegende Forsmark im Gespräch. Der Baubeginn sei für 2011 geplant. Innenminister Lorenz Caffier (CDU), dem die Abteilung Strahlenschutz untersteht, kündigte eine gründliche Prüfung der schwedischen Unterlagen an. Die SKB habe bereits eine Umweltverträglichkeitsprüfung eingeleitet, so Caffier.

Der Vorstandssprecher der Grünen, Jürgen Suhr, begrüßte zwar, dass das Nachbarland seinen selbst produzierten Atommüll im eigenen Land entsorge. Südschweden dürfe aber nicht zum „Atomklo Europas“ werden, sagte er dem Blatt. Ex-Umweltminister Wolfgang Methling (Linke) forderte die zuständigen deutschen Behörden auf, zu prüfen, ob künftig eine Gefahr von dem Endlager ausgehe.

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