Schwebend erholen

Wilsnack, das Thermalsole- und Moorheilbad, könnte demnächst um ein Gesundheitsangebot reicher sein: Heinz Steinhart, Chef der Kristallbäder AG, will – vorbehaltlich der Zustimmung des Stadtparlaments – 1,2 Millionen Euro in einen Salzsee investieren.

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14. Mai 2008, 09:05 Uhr

Bad Wilsnack - Spatenstich für den Bau der zirka 500 Quadratmeter großen Wasserfläche könnte bereits Mitte Juni sein. Wenn alles nach diesem Zeitplan läuft, würde man voraussichtlich schon im Herbst durch das künstliche, stilvoll überdachte Gewässer schweben. Der Effekt für Haut, innere Organe und Wohlbefinden wäre bei 24 Prozent Solegehalt übrigens ähnlich wie im Toten Meer. Und das Gefühl des Schwebens auf dem Wasser ebenfalls, sagte Heinz Steinhart im Gespräch mit dem „Prignitzer“. Gestern Nachmittag stellte der Unternehmer aus Stein bei Nürnberg das Projekt den Mitgliedern des Finanz- und des Bauausschusses der Stadtverordnetenversammlung vor.

Mit dieser Erweiterung würde man die Möglichkeiten, die die unterirdische Thermalsolequelle bietet, optimal auslasten, so Steinhart. Die Bohrung brachte man bereits vor elf Jahren, etwa 600 Meter entfernt von der Therme, aus. Das natürliche Vorkommen in Bad Wilsnack weist eine hohe Salzsättigung auf, die nur noch leicht mit Zusätzen aus dem benachbarten Gradierwerk angereichert wird.
Das Unternehmen finanziert die Erweiterung der Thermenlandschaft, die sich zwischen dem bereits vorhandenen Sole-Außenbecken und dem Schwimmkanal abspielen soll, aus eigenen Mitteln und setzt im Gegenzug auf ein Besucherplus. „Wir haben nicht vor, auf Grund des Salzsees die Eintrittspreise zu erhöhen“, unterstrich Heinz Steinhart.

Premium- und PferdesaunaUnterdessen beschäftigt er sich schon mit den Schritten, die dem Salzsee-Projekt folgen könnten. Vorbereitend wurden angrenzende Grundstücke aufgekauft. Sie sollen perspektivisch Platz bieten für weitere Liegeflächen und für eine Premium-Sauna, für die Steinhart die Planung bereits fertig hat. Ein weiteres Bonbon soll die Pferdesauna werden – ebenso wie der Salzsee eine in Deutschland selten zu findende Attraktion.

Heinz Steinhart wies gestern auf ein ganz besonderes Datum hin: Am 14. Mai war genau Halbzeit im Pachtvertrag mit der Kurstadt. Er läuft insgesamt über 15 Jahre. Mit den Pachtzahlungen der Therme tilgt die Stadt als Eigentümer den rund acht Millionen Euro teuren Kredit, der für die Errichtung der Erholungslandschaft aufgenommen worden war. Die Rechnung der Stadt, so Steinhart, sei voll aufgegangen, was auch die Besucherstatistik bestätigt: Die Gästezahl pegelte sich 2007 auf 380 000 ein. Aus den ersten Monaten dieses Jahres könne man einen weiteren Aufwärtstrend ablesen.

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