Schwache Konjunktur: Trübe Aussichten für den Arbeitsmarkt in 2009

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17. November 2008, 02:15 Uhr

Halle - Die schwache Konjunktur wird 2009 auf dem ostdeutschen Arbeitsmarkt deutlich spürbar werden. "Die Lage trübt sich ein", erklärte der Arbeitsmarktexperte des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Hans-Ulrich Brautzsch, am Montag. So wird die Zahl der Erwerbstätigen in den neuen Ländern (ohne Berlin) nach Berechnungen des Instituts um rund 20 000 unter dem Vorjahresniveau liegen. Damit wird es den Angaben zufolge 2009 in Ostdeutschland nur noch 5 760 000 Erwerbstätige geben, nach 5 780 000 in diesem Jahr.

Die Unternehmen würden zwar bemüht sein, ihr Fachpersonal zu halten. "Sie werden aber auf die schlechte Auftragslage mit der Kündigung von Zeitarbeitsverträgen und geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen reagieren", so Brautzsch zu den Aussichten für Ostdeutschland. Hingegen werde die Zahl der registrierten Arbeitslosen 2009 von rund 930 000 in diesem Jahr um 30 000 auf 900 000 sinken. Die Arbeitslosenquote der neuen Länder (ohne Berlin) gehe von 13,2 Prozent im Jahr 2008 auf 12,8 Prozent im Jahr 2009 zurück. "Die weitläufige Annahme, wenn die Zahl der Erwerbslosen abnimmt, dann steigt automatisch auch die Arbeitslosigkeit, dem ist hier nicht so", sagte Brautzsch.

Ursache für den Rückgang der Arbeitslosigkeit sei vielmehr, dass aufgrund der demografischen Entwicklung in Ostdeutschland die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter - von 15 bis 64 Jahren - seit zehn Jahren stetig abnehme. "Die gestiegene Zahl von Arbeitsplätzen steht damit einer sinkenden Zahl von Menschen gegenüber, die einen Arbeitsplatz suchen", sagte Brautzsch. So ging die Zahl der Erwerbsfähigen in Ostdeutschland allein zwischen 2005 und 2007 um etwa 340 000 Frauen und Männer zurück. Dennoch sei die rechnerische Arbeitsplatzlücke, das heißt die Zahl der fehlenden Arbeitsplätze, in Ostdeutschland nach wie vor größer als in den alten Bundesländern.

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