zur Navigation springen

Wariner Fritz-Reuter-Grundschule : Schulhof erzürnt Wariner Eltern

vom

Kindgerecht sieht anders aus, ärgert sich Maja Baron über den Hof der Wariner Fritz-Reuter-Grundschule. Ihr Sohn Vincent geht dort in die erste Klasse.

svz.de von
erstellt am 07.Apr.2011 | 01:18 Uhr

Um das Karree stehen einige Bänke, dazwischen vereinzelt Bäume und Sträucher. Zur Mitte hin verliert sich eine Tischtennisplatte. Kindgerecht sieht anders aus, ärgert sich Maja Baron über den Hof der Wariner Fritz-Reuter-Grundschule. Ihr Sohn Vincent geht dort in die erste Klasse.

Im August vorigen Jahres zog die Grundschule in das sanierte Gebäude ein, das energetisch auf den neuesten Stand gebracht worden war. Vorher hatte hier die Regionalschule ihr Domizil.

Außerdem wurden die Klassenzimmer und Sanitärräume modernisiert sowie die Außenansicht verschönert. "Aber ich hatte schon bei der Einschulung gemischte Gefühle; alles wirkte wie aus dem Boden gestampft, wie ein Schnellschuss", meint Maja Baron. Die junge Warinerin saß hier selbst schon auf der Schulbank.

Inzwischen geht dieses Schuljahr dem Ende zu, vor dem hellen, freund lichen Gebäude sehe es aber genauso trist aus wie vor knapp acht Monaten, beklagt Maja Baron. Die Kinder hätten keine Gelegenheit, sich in den Pausen beim Spielen zu bewegen, sondern könnten auf der Hoffläche lediglich herumtoben. Und dabei seien sie einer großen Verletzungsgefahr ausgesetzt, erzürnt sich die Mutter von Erstklässler Vincent und Victoria (fast 2). Die riesige Feuertreppe habe richtig scharfe Kanten, es sei fast ein Wunder, dass hier noch nichts passiert ist. Eltern hätten an der Ecke Kirschlorbeer gepflanzt, damit etwas Abstand zu der Treppe entsteht. "Doch das Problem ist damit nicht gelöst. Die Kanten müssten abgerundet oder verkleidet werden. Das kann doch nicht die Welt kosten", meint Maja Baron. "Schon zwei Mal habe ich deswegen beim Amt angerufen. Zuletzt, etwa Anfang des Jahres, wurde mir gesagt, die zuständige Firma hätte schon Vollzug gemeldet."

Über die Situation auf dem Schulhof sind auch Schulleiterin Dagmar Arndt und ihre Kolleginnen alles andere als glücklich. Sie haben vor kurzem ein Konzept verfasst, das in diesem Monat in Sozialausschuss und Stadtvertretung behandelt wird. "Auch der Schulförderverein hatte schon gute Vorschläge

gemacht. Bei einer Kletterspinne, neun Meter hoch und 4,50 Meter im Durchmesser, hatten wir als Lehrerinnen und mehrere Eltern allerdings Bedenken. Die Idee war sicher gut gemeint, denn an so einem Gerüst können viele Kinder gleichzeitig turnen. Doch für unseren Schulhof wäre es eine Nummer zu groß", erklärt Dagmar Arndt. "Damit die Schüler sich bewegen und beschäftigen können, geben wir jetzt in der großen Pause Spielgeräte heraus, wie Bälle, Springseile oder Fangespiele, die für die Volle Halbtagsschule gedacht sind. Die Kinder finden das ganz toll. Der Ordnungsdienst aus der dritten und vierten Klasse hat einen Schlüssel bekommen und ist uns behilflich. Das klappte ganz prima", freut sich die Schulleiterin.

Bürgermeister Michael Ankermann kann den dringenden Wunsch der Eltern verstehen. "In den Pausen raus an die frische Luft und sich bewegen, ist schon gut für die Kinder." Aber: Die Sanierung der Schule sei mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II erfolgt und dieses Geld zweckgebunden. Dass der Schulhof nicht gleich mit angefasst werden könnte, sei aufgrund der Haushaltslage der Stadt "von Anfang an klar gewesen". Und Spielgeräte von der alten Grundschule könnten nicht umgesetzt werden. "Die sind verbraucht und würden keine neue Tüv-Genehmigung bekommen. Das haben wir uns mit Fachleuten angesehen", so Ankermann. Doch die Stadtvertretung wolle auf ihrer Sitzung Ende April anhand des vorliegenden Konzeps "Nägel mit Köpfen machen".

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen