„Schule an der Stepenitz“

Wassertropfen gleich steigen blaue Luftballons in den Himmel über der Schule an der Stepenitz. Und genau diesen Namen trägt die Förderschule jetzt. Mit der Namensgebung beginnt gestern die große Geburtstagsparty zum 100. Geburtstag, der eigentlich schon der 100. + 1. ist.

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02. Juni 2008, 05:47 Uhr

Perleberg Doris Ritzka Mit den Luftballons schicken die Schüler Wünsche auf die Reise. Sarah hofft, dass sie den Hauptschulabschluss schafft, Anni, dass sie immer glücklich ist. Desiree wünscht sich ein erfülltes Leben, Maik: „Es lebe der Fußball“ und Patrick möchte, dass seine Schule noch einmal 100 Jahre alt wird. Eine lebende Hundert zeichnen die Schüler auf ihrem Schulhof nach zur Begrüßung all der vielen Gäste, darunter ehemalige Schüler, Lehrer und Schulleiter. Auch Landrat Hans Lange, der anschließend gemeinsam mit Saskia aus der 2. Klasse die Namenstafel enthüllt, legte hier 1969 sein Abitur ab. Vor 50 Jahren gar verließen Dietrich Steinbeck und Jürgen Waßmuth die Erweiterte Goethe-Oberschule mit dem Abi in der Tasche. „Damals war es hier nicht so nobel, der Schulhof staubig und nicht gepflastert. Und dennoch war es eine schöne Zeit“, berichten die beiden. Auch Karin Hartwig, die jetzt in Neustadt-Glewe zu Hause ist, gehört zu diesem Jahrgang. „Die Emotionen übermannen einen schon, wenn man die heiligen Hallen wieder sieht und was heute daraus geworden ist. Einfach toll.“ Eine ganz besondere Beziehung hat Karin Walltin, die heute in Wien lebt, zur Schule an der Stepenitz, wie sie jetzt heißt. Wo sie ihr Abi machte, werden heute Schüler unterrichtet, denen das Lernen nicht leicht fällt. Hier erhalten sie die Unterstützung und Aufmerksamkeit, werden darauf vorbereitet, später ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen und zu meistern. „Ich helfe in einer Schule für schwerstbehinderte Kinder in Bolivien. Ein halbes Jahr bin ich meist dort“, erzählt die Physiotherapeutin. Seit sie in Rente ist, widmet sie sich mit Leib und Seele dieser Aufgabe.
Die Geschichte ihres Schulhauses erforschten die Bildungsschnüffler – Schüler der Förderschule und Gymnasiasten. Sie verband dabei nicht nur das Interesse, sondern eben auch die Historie dieses Schulgebäudes. „Es hat Spaß gemacht und war richtig spannend“ verrät Melanie. Sie besucht die 9. Klasse der Förderschule. Fasziniert ist sie immer noch von den Berichten der Zeitzeugen. „Wir reden heute darüber, dass Handys an der Schule nicht erlaubt sind und auch das Rauchen verboten ist. Doch damals gab es richtige Probleme. In Schulnähe wurden Bomben gefunden und der Unterricht konnte erst nachmittags stattfinden. Allein zu erfahren, dass auch über Perleberg Bomben gefallen sind, hat mich sehr beeindruckt.“
Viel Interessantes wartet in den nächsten Tagen auf Schüler und Gäste, verspricht Schulleiterin Monika Wlodarz.

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