Schulabgänger schätzen berufliche Chancen als schlecht ein

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17. März 2010, 08:21 Uhr

Rostock | Auch wenn es in Mecklenburg-Vorpommern inzwischen mehr Lehrstellen als Bewerber gibt: Viele Schulabgänger schätzen ihre beruflichen Chancen im Land als eher schlecht ein. Laut einer gestern in Rostock vorgestellten Umfrage wird jeder dritte Abi turient und fast jeder zehnte Realschulabsolvent seine Heimat verlassen, um eine Ausbildung in einem anderen Bundesland zu beginnen. Mit der Fachkräftekampagne "Dein Land, deine Chance" will das Land gegensteuern.

Gründe für den geplanten Wegzug laut der Umfrage: In MV wird weniger gezahlt, viele Branchen scheinen wenig zukunftsträchtig, gute Lehrstellen sind Mangelware. Meinungen, die junge Leute jahrelang zu hören bekamen. Doch die Situation hat sich geändert. Die Chancen auf eine gute Ausbildung und eine schnelle Karriere seien so gut wie nie, sagt Landeswirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU). In diesem Jahr beendeten nur rund 11 000 junge Leute die Schulausbildung. Ihnen stünden fast 13 000 Lehrstellen zur Verfügung.

Dass junge Leute mittlerweile zwischen vielen innovativen Ausbildungsberufen im Land wählen können, ist bei ihnen offenbar noch nicht angekommen. Über etablierte Wirtschaftszweige wie Umwelttechnik, Medizintechnik oder Ernährungswirtschaft in MV wussten laut Umfrage deutlich weniger Schüler Bescheid als Eltern oder Lehrer. Oft genannt wurden Berufswünsche für Bereiche wie Sozialwesen oder den öffentlichen Dienst, weniger nachgefragt dagegen waren Wissenschaft und Forschung oder technische Berufe.

Um Schulabgänger besser zu informieren, wurde im Internet ein sogenannter Azubi-Atlas eingerichtet. Dort finden junge Leute 240 verschiedene Ausbildungsberufe und 720 Firmenkontakte im Land, wie ein Projektmitarbeiter sagt. Wöchentlich kämen rund zehn neue Firmeneinträge hinzu.

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