Schülerrückgang erreicht Oberstufe

Der Geburtenknick in Brandenburg hat die gymnasiale Oberstufe erreicht – im Gegensatz dazu ist die Zahl der Erstklässler stabil, die aller Primarschüler sogar leicht steigend. Foto: dpa
Der Geburtenknick in Brandenburg hat die gymnasiale Oberstufe erreicht – im Gegensatz dazu ist die Zahl der Erstklässler stabil, die aller Primarschüler sogar leicht steigend. Foto: dpa

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27. August 2008, 07:57 Uhr

Potsdam - Die Zahl der Schüler sinke 2008/09 im Vergleich zum vergangenen Schuljahr um 15 000 auf 287 000, sagte Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD) gestern in Potsdam. Der erneute Schülerrückgang habe die Schließung weiterer staatlicher Schulen notwendig gemacht. Insgesamt wurden nach Angaben des Ministeriums 16 Einrichtungen aufgegeben.

Der Geburtenknick von Anfang der 90er Jahre habe jetzt aber die gymnasiale Oberstufe erreicht, sagte Rupprecht. „Ich sehe Licht am Ende des Tunnels“, sagte der SPD-Politiker. „Schon bald wird es wegen fehlender Schüler keine Schulschließungen mehr geben.“ In den kommenden Jahren würden sich die Zahl der Schüler und damit auch das Schulnetz stabilisieren.

In der Primarstufe nimmt die Zahl der Schüler bereits wieder leicht um 2000 auf 118 400 zu. Am Samstag werden 19 400 Kinder eingeschult, das sind etwa so viele wie im Vorjahr. In der Sekundarstufe geht die Zahl der Schüler nur noch leicht zurück. In der gymnasialen Oberstufe sinkt die Zahl der Schüler dagegen um 7000 auf nur noch 34 400. An den beruflichen Schulen reduziert sich die Zahl der Schüler sogar um 9000 auf 64 700.

Die Entwicklung verläuft regional sehr unterschiedlich. Während die Schulen im Speckgürtel um Berlin einen Zuwachs an Schülern verzeichnen, müssen die Schulen auf dem Lande vielfach Verluste verkraften. Besonders betroffen sind in diesem Jahr die Schulamtsbezirke Frankfurt (Oder) und Cottbus.

Zahlreiche Lehrerstellen abgebaut
Dort mussten aufgrund des Schülerrückgangs zahlreiche Lehrerstellen abgebaut werden. Viele verbeamtete Pädagogen akzeptierten Teilzeitregelungen, um Versetzungen zu verhindern. Manche Beamte ließen sich freiwillig versetzen, andere mussten sich einer Zwangsversetzung in das Berliner Umland beugen.

Rupprecht betonte, im Schulsystem werde es immer Versetzungen geben. Schließlich müsse auf aktuelle Entwicklungen reagiert werden. Das Land versuche, Versetzungen so gering wie möglich zu halten und so gut wie möglich zu managen.

Die Zahl der Vollzeitstellen sinke zum neuen Schuljahr um 950 auf 17 300. Damit gebe es weiterhin zu viele Pädagogen. Dennoch sei mit Blick auf das zum Teil schon hohe Alter zahlreicher Lehrer ein Einstellungskorridor geschaffen worden. So würden im Lauf des Jahres 200 Lehrer eingestellt.

Zum neuen Schuljahr wird auf Beschluss der rot-schwarzen Regierungskoalition zudem ein Schulsozialfonds für Kinder aus finanzschwachen Elternhäusern aufgelegt. Die Schulen erhalten künftig 2,2 Millionen Euro pro Jahr, um Zuschüsse für kostenpflichtige Angebote wie Klassenfahrten oder Lernmaterialien zahlen zu können.

Außerdem müssen die Landkreise keine Gebühren mehr für die Schülerbeförderung kassieren. Werden Elternbeiträge eingefordert, müssen diese sozial gestaffelt sein.

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