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Güstrower Schülerband „Abstract Planetary Chaos“ : Schüler wollen Musikwelten vereinen

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Zweimal pro Woche verwandelt sich die sonst so idyllische Gliner Straße in der Innenstadt Güstrows in eine laute Konzertbühne. Schrille Gitarrensounds und tiefe Bässe dröhnen aus den Fenstern.

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erstellt am 14.Jan.2011 | 10:49 Uhr

An solchen Nachmittagen kommt die Band "Abstract Planetary Chaos" hier zum Proben ihrer Songs zusammen. Sie besteht aus drei Mitgliedern: Willi Wockenfuß (Bassgitarrist und Sänger), Dominik Reichert (Schlagzeuger) und Max Beseler (Gitarrist). Man versuche zwar schon alles, um den Schall im Haus zu lassen. So habe man die Wände des Raumes extra gedämmt und gepolsterte Gardinen aufgehängt, "100-prozentig vermeiden lässt sich aber nicht, dass man uns draußen hört", erzählt Dominik, in dessen Haus sich der Proberaum befindet.

Schon erste eigene Lieder geschrieben

Schon während der Grundschulzeit machten die drei Güstrower ihre ersten Erfahrungen mit Musik. Seit zweieinhalb Jahren spielen sie zusammen. Damals in der 7. Klasse hatte es angefangen mit Schulprojekten, bei denen sie noch Songs wie Colbie Collaits "Sweet about Me" coverten. Doch Willi, Max und Dominik sind mittlerweile Neuntklässler und mit ihnen ist ihr Musikstil gewachsen. Die drei sympathisierten schon immer mit Metal, seit etwa einem halben Jahr üben sie nun wöchentlich gemeinsam, seit drei Monaten haben sie eigene Lieder. Sie heißen "Storm of Rage", "Dont Run Away" und "The Reflection World". Letzteres gefällt Willi am besten: "Der Text handelt von der Gesellschaft und den kleinen Dingen im Leben", erklärt er. Meistens sei es so, "dass einem von uns mal eine Melodie durch den Kopf schwirrt", erzählt Max. "Wir erarbeiten die Lieder dann gemeinsam, die Texte schreibt Willi."

Die Songs gibt es auf ihrer Webseite (www.myspace.de/abstractplanetarychaos) zu hören. Neben den genannten Titeln sind auch schon zwei weitere in Arbeit, die Band feilt eifrig an ihnen. Der Name "Abstract Planetary Chaos" ist nicht einfach willkürlich gewählt worden, er hat eine Bedeutung. Abstract, zu deutsch etwa aufs wesentliche reduziert, soll für abweichende Musik stehen. Planeten wurden mit einbezogen, um zu verdeutlichen, dass sich die drei Schüler des Güstrower Brinckmangymnasiums nicht auf einen Musikstil beschränken wollen. Sie möchten mehrere Musikwelten zusammenführen und vermischen. Das Chaos sei nicht etwa negativ gemeint. "Es steht für Musik, die nicht im Hintergrund gehört wird, sondern die zum Nachdenken anregen sollte", sagt Max.

Zwei "richtige" Auftritte hatte die Band schon beim Sommerfest des John-Brinckman-Gymnasiums 2010 und bei der 3. Jugendrocknacht im November. "Das ist natürlich immer das Schönste, wenn man als Band vom Publikum die Bestätigung bekommt", erzählt Max. Deshalb möchte die Band in Zukunft mehr solcher Auftritte haben. "Wir schauen uns schon um, zum Beispiel in Güstrow und Umgebung, aber auch in Rostock." Außerdem planen die Jungen, nächstes Jahr beim Schulband-Wettbewerb "School Jam" mitzumachen.

Mit tiefgründigem Metal von anderen abheben

Ihr größtes Plus im Vergleich zu anderen Bands sei, "dass wir individuell sind und uns auch untereinander unterscheiden", meint Dominik. Außerdem gäbe es derzeit hauptsächlich Deutsch-Rock-Bands, von denen hebe man sich mit tiefgründigem, englischem Metal ab. Ihre größten Vorbilder sind "Metallica", "Alesana" und "Architects". Für die Zukunft haben sie sich Großes vorgenommen, sie wollen sich nicht nur ihren Vorbildern musikalisch nähern. Sie wollen mehr Songs schreiben, ihre Kreativität verbessern, jedes Mitglied mehr in das Schreiben von Songs integrieren, irgendwann auch mal eine CD veröffentlichen, weltberühmt werden und "Metallica" vom Metal-Thron stoßen, sind sie sich einig. "Wir finden gerade unseren eigenen Stil, bei jedem Song ist eine Verbesserung festzustellen", sagt Willi. Insgesamt stünde man in der Entwicklung aber noch ziemlich am Anfang, holt er seine Freunde gleich mal wieder auf den Boden zurück.

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