Schüler starten ins Superwahljahr

Gemeinsam mit Mädchentreff-Chefin Jutta Ahrendt (re.) diskutierten die Schülerinnen und Schüler über Parteien und Politikverdrossenheit. Antje Bernstein
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Gemeinsam mit Mädchentreff-Chefin Jutta Ahrendt (re.) diskutierten die Schülerinnen und Schüler über Parteien und Politikverdrossenheit. Antje Bernstein

Wie funktioniert Politik? Wie kann ich als Bürger darauf Einfluss nehmen? Und was ist eigentlich die Aufgabe von Ausschüssen und Gemeindevertretungen? Auf diese Fragen suchen Neuntklässler im Rahmen eines Projektes mit dem Gadebuscher Mädchentreff Antworten.

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30. Januar 2009, 07:32 Uhr

Gadebusch | Mit Europa-, Kommunal-, Landtags- und Bundestagswahlen gilt 2009 als das Superwahljahr schlechthin. Mit ihrer Stimme haben Bürger die Möglichkeit, den politischen Fahrplan für die kommenden Jahre auf verschiedenen Ebenen mitzubestimmen. Doch können sie das auch außerhalb der Wahlen? Wie wird Politik gemacht und welche Rolle spielen die Bürger dabei? Diesen und ähnlichen Fragen wollen die Schüler der Klasse 9a der Heinrich-Heine-Schule nachgehen. Ein Schulhalbjahr lang wollen sie sich in vier Teams mit den Themen Parteien, Politik und Politikverdrossenheit auseinander setzen. Im Rahmen des Bundesprojektes "Vielfalt tut gut: Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie" werden sie in Zusammenarbeit mit dem Mädchentreff in den nächsten Monaten mit Videokameras in Gadebusch und Umgebung unterwegs sein, um Bürger und Politiker zu befragen. Aus dem dabei entstehenden Video-Material soll ein Interview-Film entstehen, der bei der Abschlussveranstaltung im Sommer gezeigt werden soll.

"Wir werden Parteien besuchen und an Ausschusssitzungen teilnehmen", erklärt Mädchentreff-Chefin Jutta Ahrendt. Doch nicht nur Kommunalpolitik steht auf dem Programm. Im März geht es für die Neuntklässler auf Einladung der Bundestagsabgeordnete Dr. Martina Bunge (Die Linke) in die Hauptstadt, um den Bundestag zu besichtigen und mit der Politikerin ins Gespräch zu kommen. Auch dem Landtag wollen sie einen Besuch abstatten.

Unter den 14- bis 18-jährigen Schüler sind zahlreiche Erstwähler, aber auch jene, die im Juni noch nicht ihr Kreuzchen auf dem Stimmzettel machen dürfen. Doch dass sich alle einbringen können, wollen die Schüler mit eigenem Einsatz unter Beweis stellen: Sie planen, einen Spielplatz im Gadebuscher Neubaugebiet zu gestalten. Dass von solchen Möglichkeiten, im eigenen Umfeld etwas bewegen zu können, viele keinen Gebrauch machen, darum wissen auch die Jugendlichen. Politikverdrossenheit und eine "Das bringt doch eh nichts"-Einstellung im Bekanntenkreis sind ihnen nicht fremd. Sie sollen im Projekt die Parteienlandschaft und vor allem Alternativen zum Rechtsextremismus kennen lernen.

Bevor ab März Politiker in und um Gadebusch den Schülern Rede und Antwort stehen sollen, mussten diese nun selbst ihr politisches Wissen in einem Fragebogen beweisen. Die Thematik wird sich ebenso im Deutsch-, Geschichts- und Sozialkundeunterricht widerspiegeln.

"Wenn ihr hinter die Kulissen schauen könnt und feststellt, dass ihr mitbestimmen könnt, dann haben wir schon viel erreicht. Schließlich betreffen politische Entscheidungen uns alle. Denkt nur an das Schulgesetz", erklärt Jutta Ahrendt den Schülern. "Die große Politik herunterbrechen auf das persönliche Erleben - das ist das Wichtige an diesem Projekt", hebt Klassenleiterin Ria Klemp hervor.

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