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Schwerin: Europäisches Jugendparlament tagt : Schüler debattieren über EU-Politik

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Von heute an findet zum 21. Mal die Nationale Auswahlsitzung des Europäischen Jugendparlaments statt. 110 Jugendliche sind eingeladen, Fragen rund um die Europäische Union zu diskutieren.

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erstellt am 27.Apr.2011 | 11:03 Uhr

Von heute an findet zum 21. Mal die Nationale Auswahlsitzung des Europäischen Jugendparlaments (EYP) statt. Diesmal in Schwerin. 110 Jugendliche sind eingeladen, Fragen rund um die Europäische Union zu diskutieren. Und das auf Englisch oder Französisch. Teilnehmen werden zwölf Schulen der gymnasialen Oberstufe aus dem ganzen Bundesgebiet. Sie treten mit jeweils acht Schülern an. Außerdem sind weitere acht Schüler aus Dänemark und Slowenien eingeladen, um als Gast delegierte mitzudiskutieren.

Internationale Sitzung ist in Zagreb

In 34 europäischen Ländern finden bis zum Ende dieses Jahres Auswahlsitzungen statt - zugelassen sind auch Länder, die nicht der EU angehören. Die hundert Schüler, die insgesamt am besten abschneiden, bekommen im Herbst die Chance, an den Internationalen Sitzungen des EYP in Zagreb und im Frühjahr 2012 in Istanbul (Türkei) teilzunehmen. Hier können sie unter den besten Europas ihr Talent im Debattieren unter Beweis stellen.

Julius Thürmer ist einer von 17 Mitorganisatoren der diesjährigen Nationalen Auswahlsitzung. Der 19-jährige Schweriner hat es in die Hand genommen, sich um den Erstkontakt mit den Delegierten zu kümmern. Thürmer hat das EYP am Schweriner Fridericianum als Schüler kennengelernt, war selbst als Delegierter bei der 19. Auswahlsitzung 2009 in Norwegen dabei. Er habe sich schon immer für Politik interessiert, sagt er. Mit Jugendlichen über Politik zu diskutieren, die aus anderen Ländern kommen, das reizt Thürmer besonders am EYP. "Und, dass man seine eigenen Ideen zur Politik einmal einbringen kann."

Das werden die Teilnehmer in den kommenden vier Tagen im "Schloss Dreilützow" in der Nähe von Schwerin tun. Hier werden sie wohnen, diskutieren und gemeinsam Spaß haben. Doch um am EYP teilzunehmen, ist eine Qualifikation nötig: Jeder Schüler hat die Aufgabe, sich im Vorfeld ein Thema zu erarbeiten. Dies wird zum EYP geschickt. Julius Thürmer hat diese Texte in einem Heft gebündelt. Das bekommen die Teilnehmer zugeschickt, um sich vorzubereiten.

Organisation des EYP lebt vom Ehrenamt

Im ersten Teil der Veranstaltung, der Ausschussarbeit, setzen sich die Delegierten intensiv mit den vorbereiteten Themen auseinander. Sie stellen in Ausschüssen die selbst gewählten Themen vor und diskutieren diese in ihrer Gruppe. Nach Ablauf der zweitägigen Ausschussarbeit hat jede der zehn Gruppen eine Resolution - eine Stellungnahme - erarbeitet. Ziel ist, dass die Resolutionen die aktuelle Lage zum jeweiligen Thema spiegeln und Zukunftsperspektiven formulieren. Den Höhepunkt der Nationalen Auswahlsitzung bildet dann die Vorstellung der Resolutionen auf der zweitägigen Generalversammlung: Jeder der Ausschüsse präsentiert hier seine Stellungnahme in einer Rede und verteidigt diese in einer Debatte.

Eine unabhängige Jury läuft während der vier Tage, an denen das EYP stattfindet, von Gruppe zu Gruppe und beobachtet die Delegierten. Wer sich hervorhebt, bekommt die Möglichkeit, Deutschland bei den Internationalen Sitzungen im Herbst und Frühling zu vertreten. Bewertet werden unter anderem sprachliche Kompetenz, die Stärke der Argumente und die Kooperation in der Gruppe. "Es ist schon ein Einzelkampf darum, wer es schafft, bei der Internationalen Auswahlsitzung dabei zu sein. Aber es findet auch viel nebenbei statt", so Julius Thürmer.

Thürmer tritt in diesem Jahr aus gutem Grund nicht als Delegierter an: "Wenn man bereits dabei war, dann will man mehr. Und die Organisation ist auch spannend." Zumal das EYP vom Ehrenamt lebe, fügt er an. Die Tätigkeiten der Ehemaligen seien essenziell für die Durchführung jeder neuen Sitzung. "Wenn wir es nicht machen, macht es kein anderer. Also, wer raus ist, der nimmt auch mal die Organisations-Rolle ein." Das macht dem Schweriner viel Spaß: "Man ist damit beschäftigt, dass die anderen diskutieren können. Und ich bin gespannt, wie es jetzt in Schwerin wird."

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