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Riesige Photovoltaik-Anlage : Schon bald Sonnenstrom aus Sukow

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Pendler auf der Zugstrecke zwischen Crivitz und Schwerin haben die beste Sicht auf eine der größten Baustellen der Region. Denn neben den Schienen entsteht bei Sukow eine riesige Solaranlage.

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erstellt am 14.Jul.2011 | 02:00 Uhr

Pendler auf der Zugstrecke zwischen Crivitz und Schwerin haben die beste Sicht auf eine der größten Baustellen der Region. Denn links und rechts der Schienen entsteht bei Sukow eine riesige Solaranlage. Seit Ende Mai sind an sechs Tagen in der Woche zwischen 60 und 80 Bauleute im Auftrag der fränkischen Firma IBC Solar AG dabei, das Sonnenenergie-Kraftwerk auf einer Fläche von etwa 31 Hektar zu errichten. Für 48 000 Solarmodule müssen Gestelle mit einer Neigung von 20 Grad aufgestellt werden. Der Abstand zwischen den Reihen ist gerade so groß, um Überschattungen zu vermeiden. Denn die Energie der Sonne soll bestmöglich eingefangen und im Strom umgewandelt werden. Da jedoch neben den Gleisen bereits eine Gasleitung unter der Erde liegt, muss dieser Korridor frei bleiben. "Den hätten wir ebenfalls gern genutzt", sagt Projektmanager Stefan Neugebauer. "Geht aber nicht."

In den Solarmodulen entsteht zuerst Gleichstrom, der noch auf dem Areal in Wechselstrom umgewandelt wird. Die Photovoltaik-Anlage nahe Sukow verfügt über eine Nennleistung von elf Megawatt, 3700 Haushalte können mit Strom versorgt werden. Im September soll der erste Sonnenstrom aus Sukow ins Netz eingespeist werden, das erfolgt im Umspannwerk Großer Dreesch. IBC Solar investiert zirka 25 Millionen Euro in das Projekt.

Doch noch haben die Bauleute viel zu tun, auch wenn sie gut im Zeitplan liegen. Das Gerüstsystem für die etwa 1 mal 1,60 Meter großen Module wächst jeden Tag ein Stück. Am Ende erstreckt es sich über eine Gesamtlänge von 47 Kilometern. Die Konstruktion besteht aus feuerverzinktem Stahl. Die 2,14 Meter langen Träger werden bis zu 1,20 Meter in den Boden gerammt. Darauf werden die Halterungen montiert und schließlich die Module befestigt. Bis zu 25 Reihen stehen auf jeder Seite des Bahndammes. Hinzu kommen weitere auf der ehemaligen Deponie.

Dieser Deponie verdankt Sukow auch diese Großinvestition. Denn ursprünglich ging es darum, nur auf dieser kleinen Teilfläche eine Solaranlage zu errichten. Vor Ort sahen die Spezialisten aus Franken sofort die Zugstrecke. Denn nicht nur auf so genannten Konversionsflächen, sondern auch unmittelbar neben Verkehrsanlagen ist die Errichtung von Photovoltaikanlagen - trotz der Kürzungen bei der Einspeisevergütung - immer noch attraktiv.

Die Gemeinde Sukow erhofft sich von diesem Projekt gleich einen mehrfachen Nutzen. Da etwa ein Viertel des Areals der Kommune gehört, kassiert sie Pacht. Schon vom kommenden Jahr an sollen Gewerbesteuern fließen. Und IBC will die Bürger beteiligen, sie können im nächsten Jahr Anteile am Solarpark erwerben.

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