Schönheitskur mit Farbe und Folie: Pro Schwerin und Design Schule schlagen ungewöhnliche Fassadengestaltung vor

Graue Maus in grellem Sonnengelb: Die Schauburg an der Mecklenburgstraße könnte so für positive Aufmerksamkeit sorgen. Collage: Design Schule
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Graue Maus in grellem Sonnengelb: Die Schauburg an der Mecklenburgstraße könnte so für positive Aufmerksamkeit sorgen. Collage: Design Schule

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03. Juli 2008, 07:17 Uhr

Schwerin - Drei „Wege zur Buga“ nahmen die Mitglieder des Vereins Pro Schwerin und angehende Grafiker von der Design Schule kritisch in Augenschein. Sie alle sind nicht besonders weit und führen jeweils vom Bahnhof zum Schloss. Einmal über Wismarsche Straße, Marienplatz und Schlossstraße, ein andermal am Pfaffenteich entlang über Friedrich- und Schusterstraße. Der letzte Weg verläuft über Bischofstraße und Großer Moor.

Auf der Suche nach den mittlerweile schon fast berühmten Schandflecken wurden sie an jeder Route fündig. Zu den Beispielen gehören die Gebäude Zum Bahnhof 1, Friedrichstraße 13-16, Schulstraße 2-4, Friedrichstraße 22, Puschkinstraße 30, Wismarsche Straße 136-140, Schlossstraße 29/31 und 14, Großer Moor 2-6 oder Moritz-Wiggers-Straße 1.

Jetzt stellt der Verein bunte, ungewöhnliche und hoffentlich gar nicht so teure Möglichkeiten vor, manch triste Fassade Buga-mäßig aufzupeppen. Pro Schwerin fragte konkret erst einmal bei drei Eigentümern nach, ob sie sich mit der Schönheitskur anfreunden können. Die Hausbesitzer müssten lediglich die Kosten für das Material tragen, die Arbeiten selbst würde Pro Schwerin organisieren.

„Ich sehe uns alle schon mit dem Pinsel in der Hand“, schwärmt Gabriele Szcymanski, die Mitglied im Arbeitskreis ist. Auch ihre Vereinskollegen lauern geradezu darauf, dass es losgeht – mit viel Farbe, Freude und Fantasie. Natürlich seien dabei die Ideen der Design Schule nur Vorschläge und auch die drei Referenzgebäude nur ein Anfang. Pro Schwerin sei dankbar für jeden anderen Hauseigentümer, der bei der Initiative mitmachen möchte.

Auch Ulrich Altermann, Leiter des Malsaales und Schöpfer vieler großartiger Theaterkulissen, hat seinen Einsatz bereits zugesagt. Selbst Künstler, würde er natürlich ein ganz eigenes Werk an eine Fassade zaubern. Und das in Höchstgeschwindigkeit, ist Gariele Szcymanski überzeugt: „Innerhalb von vier Wochen ist gemeinsam mit dem Theater eine komplette Gestaltung möglich, hat er uns versprochen.“

Die Mitglieder von Pro Schwerin könnten sich auch ein Graffiti-Gemälde an einer Häuserwand vorstellen. In anderen Ländern seien solche Werke längst Touristenattraktionen und anerkannte Kunstobjekte.

Die kreative Fassadengestaltung anlässlich der Buga wird allerdings nicht von Dauer sein. „Wenn ein Haus in der Innenstadt wirklich saniert wird, dann ist so eine gewagte Fassade höchstwahrscheinlich nicht mehr erlaubt“, erklärt Pro-Schwerin-Vorstandsmitglied Ronald Apitz. „Aber so lange es nur ein vorübergehender Zustand ist, sehe ich da keinerlei Probleme.“ Pro Schwerin hofft, dass bis zur Buga möglichst viele Schandflecken hinter gestalteter Folie und kleinen Kunstwerken verborgen werden.

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