Schock am Gashahn: 25 Prozent Preisanstieg bei Stadtwerken Rostock, Stadtwerke empfehlen: Sparen

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19. August 2008, 09:52 Uhr

Rostock - Es ist die erste Preisanpassung seit der Erhöhung zum 1. Januar 2008 – und dann gleich so ein Hammer: 25 Prozent mehr sollen 51 000 Gaskunden der Stadtwerke Rostock AG ab 1. Oktober bezahlen.

„Es ist unsere größte jemals dagewesene Erhöhung“, sagt Sprecher Thomas Schneider. Grund seien die um 50 Prozent gestiegenen Beschaffungskosten. Die weltweite Nachfrage wachse immens, besonders in Asien steige der Bedarf.

Dagegen stehen nach Angaben von Schneider nur wenige Gasanbieter auf dem Weltmarkt. Die Stadtwerke AG bezieht ihr Gas vor allem aus Norwegen und Russland. Besonders in der russischen Tundra sei die Erschließung neuer Vorkommen im Nordpolarbereich wegen dem dortigen Bodenfrost sehr kostspielig.

Kopplung von Öl- und Erdgaspreis als Grund
„Wir sind nur der Endverteiler“, sagt Schneider. „Wir hängen am gleichen Tropf wie alle anderen Anbieter.“ Und die haben schon in den ersten Monaten des Jahres erhöht – zwischen 20 und 30 Prozent seit Januar 2008. Die Stadtwerke haben in den verbrauchsschwachen Sommermonaten damit noch gewartet.

Am 1. Januar 2008 drehten sie das jüngste Mal an der Preisschraube. Zum Herbst erhöht sich nun der Grundpreis für alle  Kunden von 28 auf 42 Euro. Die Kilowattstunde steigt von 4,86 auf 6,46 Euro. „Den Verbrauchern können wir nur raten, zu sparen“, sagt Schneider.

Die neue Verbraucherzentrale MV sieht das etwas kritischer. Sie legt Gaskunden nahe, Widerspruch einzureichen oder den Anbieter zu wechseln. Sie bezweifelt, dass Öl- und Ergaspreisentwicklungen so eng aneinander gekoppelt sind, wie deren Anbieter, beispielsweise auch Eon edis, das behaupten.

Unabhängig davon kann jedoch niemand absehen, wo die Preisspirale endet. „Es ist alles spekulativ. Sie können sinken oder steigen“, erklärt Schneider.

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