Schneller beim Patienten

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10. Februar 2010, 07:14 Uhr

Prignitz | Der Landkreis Prignitz will seine Hilfsfristen in medizinischen Notfällen nochmals verbessern. Grundlage dafür bildet eine detaillierte Studie, deren Ergebnisse gestern Abend im Rettungsdienstausschuss vorgestellt wurden.

Derzeit treffen in 92 Prozent aller Fälle Rettungssanitäter oder Notarzt binnen 15 Minuten beim Patienten ein, informierte gestern vorab Lutz Dieckmann, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst, auf einer Pressekonferenz. Vom Land vorgeschrieben sind jedoch 95 Prozent. Diese Differenz könne der Kreis überwinden, so Dieckmann.

Dazu soll die Einsatzzeit des zweiten Rettungswagens am Standort Perleberg vom 1. Juli an auf 24 Stunden täglich erweitert werden, nannte Erhard Henning, Leiter Rettungsdienst, eine Maßnahme. Eine weitere sieht ab 1. April vor, in Pritzwalk einen zweiten Rettungswagen zu stationieren, der von 8 bis 18 Uhr im Einsatz sei. Darüber hinaus möchte der Kreis eine neue Rettungswache in Kunow oder Neu Schrepkow mit einem rund um die Uhr einsetzbaren Rettungswagen bauen, so Henning.

Damit würden maßgebliche Empfehlungen der Studie umgesetzt. Die neue Rettungswache decke einen Streifen von Pritzwalk entlang der Bundesstraßen 103 und 107 bis zur B 5 nach Gumtow ab. In diesem Bereich werde die Hilfsfrist häufig überschritten, begründete Dieckmann.

Ein zweiter Pritz walker Rettungswagen entlaste die Situation in dem dortigen Bereich. "Das vorhandene Auto ist häufig zu den Kliniken nach Wittstock oder Plau unterwegs, fällt für Einsätze aus", sagte Dieckmann. Die Wagen aus Putlitz oder Meyenburg abzuziehen, sei keine dauerhafte Alternative.

Die Veränderung in Perleberg ergebe sich aus der Notwendigkeit, dass der nachts bisher einzige Rettungswagen häufiger Patienten aus dem Perleberger Krankenhaus in Spezialkliniken nach Schwerin bzw. Neuruppin verlege und damit für mehrere Stunden ausfalle. Vorbehaltlich der Zustimmung des Kreistages im März könne zügig mit der Umsetzung dieser Maßnahmen begonnen werden. Notwendig dazu sei mehr Personal, derzeit arbeiten beim Rettungsdienst 105 Angestellte.

Kosten entstehen dem Landkreis bzw. seinem Eigenbetrieb Rettungsdienst nicht, bestätigte der Erste Beigeordnete Holger Lossin. Der Rettungsdienst finanziere sich über die Krankenkassen. Diese tragen beispielsweise auch Baukosten für die geplante Rettungswache, so Lossin. Maximal müsse der Kreis in Vorleistung gehen. Über eine Anpassung des Bedarfs- und Wirtschaftsplanes könnten die Kosten dann nachträglich umgelegt werden.

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