Zehn Fahrräder bei Auktion auf Bützower Bauhof versteigert : Schnäppchenjäger schlagen kräftig zu

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Gestern, 12.45 Uhr, vor dem Eingang des Bützower Bauhof. In einer Viertelstunde beginnt die Fahrradauktion. Bereits zu dieser Zeit tummeln sich knapp 20 Menschen vor dem Eingang.

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21. Oktober 2011, 10:49 Uhr

Gestern, 12.45 Uhr, vor dem Eingang des Bützower Bauhof. In einer Viertelstunde beginnt die Fahrradauktion. Bereits zu dieser Zeit tummeln sich knapp 20 Menschen vor dem Eingang des Bauhofes und warten auf den Einlass. "Wir sind selber positiv überrascht, wie viel hier los ist", sagt Bauhof-Mitarbeiter Axel Thal. So viel Andrang haben selbst die kühnsten Optimisten nicht erwartet. Mit einem Schluck aus dem Kaffeebecher vertreiben sich einige Wartende die restliche Zeit. Pünktlich um 13 Uhr geht dann die Pforte auf und die Schnäppchenjagd ist eröffnet.

Acht, neun Schritte links neben dem Eingang sind die Drahtesel in drei Fahrradständern aufgereiht. Zwischen dem einen oder anderen verschmutzten oder verrosteten Zweirad verbirgt sich dann auch schon das eine oder andere "Schätzchen" und weckt sofort das Interesse der Schnäppchenjäger. Als erstes schiebt bzw. trägt Uwe Westenberger ein weinrotes Damenrad vom Bauhof. 30 Euro legte er zuvor bei Auktionsleiterin Sabine Bollbuck auf den Tisch, erhält von ihr dafür auch eine Quittung. "Es ist genau so, wie ich es haben wollte. In meinem Alter muss man ein angepasstes Fahrrad haben", scherzt der 59-Jährige. Der Bützower kommt aus dem Strahlen gar nicht mehr heraus, da stört auch das schwarze Fahrradschloss am Hinterreifen nicht. "Kein Problem, das kriege ich schon auf", sagt Uwe Westenberger. Ihm folgten im Minutentakt weitere neue Fahrradbesitzer. Ganz nach dem Motto "Der frühe Vogel fängt den Wurm" sind die vermeintlich besten Stücke bereits nach wenigen Augenblicken vergriffen. Wer zu spät kommt, muss sich mit dem verbliebenen Rest zufrieden geben.

Ohne einen neuen Drahtesel verlässt Gerhard Zirjacks den Hof. "Ich bin leider nicht fündig geworden. Einige Fahrräder haben Mängel und ich habe keine Lust, daran noch rum zu schrauben", sagt der Rentner. Er ist auf der Suche nach einem größeren 28er-Fahrrad. Sein bisheriges ist ihm zu klein.

Ein anderer Bieter glaubt ein Fahrrad schon sicher zu haben, drückte den Preis von 40 auf 30 Euro, doch dann kommt ihm ein anderer Interessent in die Quere, legt wieder zehn Euro drauf. "Das ist es mir nicht wert", sagt der Überbotene und lässt seinem Kontrahenten den Vortritt. Letztlich wurde aber auch der Geschlagene fündig und fährt sogar mit zwei Fahrrädern nach Hause.

"Wir sind ganz zufrieden", sagt Sabine Bollbuck. Zehn Fahrräder von insgesamt 25 wurden verkauft. Diese stehen seit mindestens einem halben Jahr verschlossen in einem Schuppen, kamen nun unter den Hammer. Zehn Euro beträgt das Mindestgebot. "Das ist die Lagergebühr", sagt Bollbuck. Ein nahezu neues Herrenfahrrad geht sogar für 50 Euro weg. Trotzdem bleibt das Fundbüro weiterhin auf einigen Drahteseln sitzen, die wieder zurück in den Schuppen müssen. Dabei versucht es, die Zweiräder so schnell wie möglich los zu werden. "Einige ehrliche Finder, die die Fahrräder irgendwann mal abgegeben haben, werden von uns nach einem halben Jahr angeschrieben, ob sie das Fahrrad behalten möchten", sagt Sabine Bollbuck. Wenn nicht, bleiben diese halt bis zur nächsten Versteigerung verschlossen und warten weiterhin auf einen neuen Besitzer.

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