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26. September 2017 | 07:42 Uhr

Schnäppchen-Suche im Netz

vom

svz.de von
erstellt am 18.Okt.2010 | 04:58 Uhr

Wo ist meine Wunsch-Digitalkamera am günstigsten? Wie viel muss ich für die neue Waschmaschine zahlen? Für viele Verbraucher ist klar: Das Internet spuckt mit wenigen Klicks den besten Preis aus. Doch die Vergleichsportale finden nicht alle Angebote. Oft geht ihnen ein echtes Schnäppchen durch die Lappen. Und manchmal entpuppt sich ein günstiges Produkt als Enttäuschung: Denn der satte Aufschlag für den Versand ist noch nicht im Preis inbegriffen.

"Viele Online-Preisvergleiche sind überhaupt nicht zuverlässig", urteilt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. "Das wichtigste Ergebnis unserer Stichproben lautet: Es gibt nicht das beste Vergleichsportal." Bei einem bestimmten Produkt finde eine Seite vielleicht den günstigsten Preis, bei einem anderen aber nicht. "Manchmal sind echte Totalausfälle dabei, und gerade der Artikel, den ich suche, ist viel zu teuer." Verbraucher sollten die Preise deshalb immer auf mindestens drei Portalen vergleichen.

Die Betreiber von Guenstiger.de zum Beispiel werten nach eigenen Angaben alle Online-Shops im deutschsprachigen Raum aus, die bestimmten Qualitätskriterien entsprechen, und beziehen auch Preise von 13 000 lokalen Geschäften mit ein. Ähnlich bei Billiger.de: Dort seien eine "Vielzahl von kleineren spezialisierten Händlern" und "alle großen und bekannten Händler" vertreten. Eine Garantie für den günstigsten Preis könne man jedoch nicht geben, sagt Geschäftsführer Lorenz Petersen.

Die Portale bezögen ganz unterschiedliche Daten in den Preisvergleich ein, fasst Tryba zusammen. Und sie seien oft zu träge programmiert: "Findet das Portal zum Beispiel ein Sonderangebot, das nur einen Tag angeboten wird?" Preisvergleichsportale erheben nach Einschätzung von Astrid Auer-Reinsdorff in der Regel aber gar nicht den Anspruch, den günstigsten Händler zu finden. "Die Anbieter wissen, dass sie da sehr vorsichtig sein müssen", sagt die Fachanwältin für Informationstechnologierecht.

Problematisch wird es, wenn der angezeigte Top-Preis noch keine Versandkosten enthält. So schwankt der Preis bei einem identischen Produkt deutlich. Die Preissuchmaschinen können das aber oft nicht filtern - das Anzeigen der Preise inklusive Versandkosten ist nicht auf jedem Portal eingestellt. Allein der günstigste Preis ist daher noch kein Kaufkriterium: "Steht einmal der vermeintlich billigste Anbieter fest, sollte der Kunde nicht sofort zuschlagen", rät Auer-Reinsdorff. Denn dann sei immer noch nicht klar, ob der Händler auch seriös ist. Besteht die Möglichkeit zum Widerruf? Sitzt der Anbieter in Deutschland? Wie ist der Versand geregelt? All diese Fragen sollten die Nutzer klären, empfiehlt die Anwältin.

Besonders vorsichtig sollten sie bei Anbietern sein, von denen sie noch nie etwas gehört haben: Zahlung per Vorauskasse ist dann immer gefährlich und lädt zu Betrug ein. Die Vergleichsportale sind dabei aus dem Spiel: Denn der Kunde schließe den Kaufvertrag mit dem Händler ab und nicht mit dem Betreiber des Preisportals.

Fast alle Preissuchmaschinen zeigen Kundenbewertungen an. "Die Möglichkeiten zur Manipulation sind dabei unbegrenzt", warnt Tryba allerdings. Hersteller könnten gefälschte Urteile einstellen und technische Laien vielleicht wenig kompetente.

Kundenbewertungen können aber ein Anhaltspunkt sein, ob der überwiegende Teil der Käufer mit einem Produkt zufrieden ist. Und auch Preis-Portale an sich sind trotz der möglichen Fallstricke durchaus hilfreich. Denn mit ausreichend Zeit für einen Vergleich mehrerer Seiten steht dem Einkaufserfolg nichts mehr im Weg - wenn der Händler seriös ist.

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