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Schmarler Landgang vor der Umgestaltung

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erstellt am 22.Okt.2010 | 09:01 Uhr

Schmarl | Vor 24 Jahren hat der Bildhauer Reinhard Dietrich die Tonfigur "Heimkehr des Seemanns" fertiggestellt, die noch heute auf dem Schmarler Landgang zu finden ist. Anlässlich eines Projekttages, der sich mit dem Thema "Kunst in Schmarl" beschäftigte, kam der Bildhauer, der heute in Dresden wohnt, nun erneut in die Hansestadt. Seiner Plastik fehlt 24 Jahre nach der Fertigstellung ein Bein, doch Dietrich nimmt es entspannt: "So ist es leider mit Kunst im öffentlichen Raum, sie ist nicht vor Vandalismus sicher."

Nicht nur die Tonfigur soll bald wieder im neuen Glanz erstrahlen, sondern der gesamte Schmarler Landgang. Vor etwa 25 Jahren war die Grünanlage inmitten des Wohngebiets noch ein idyllischer Treffpunkt für Familien, heute ist der Standort verwildert und ein selten besuchter Platz. Die Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau (RGS) plant seit mehreren Jahren die Umgestaltung des Schmarler Landgangs. Der Quartiermanager für Schmarl, Jörg Overschmidt, sagt: "Das Geld für den Umbau steht bereit, das Bauvorhaben scheitert allein am Abriss eines alten Einkaufskomplexes, der an den Grünbereich grenzt."

Verbunden mit der Hansestadt

Abrissplanungen gebe es bereits, lediglich ein Mieter sei das Problem. Der Betreiber einer Videothek lehne es ab, umzuziehen, obwohl ihm neue Mietobjekte und Umzugshilfe angeboten worden seien. So müssen Overschmidt und die Bewohner des Stadtteils die Umgestaltung des Ensembles noch abwarten. Wann es losgehen kann, ist derzeit unklar.

Dietrich hofft, dass er bald auch das fehlende Bein seiner Plastik ergänzen und seine restlichen Tonfiguren auf dem Schmarler Landgang reinigen kann, damit sie bald wieder im neuen Glanz erstrahlen. Dietrich sagt: "Ich möchte die Reparatur so gestalten, dass man das neue Bein als Ergänzung wahrnehmen kann und so meine Plastik als Zeitzeugen mit Wunden versteht."

Mit seiner Kunst hat sich Dietrich nicht nur in Schmarl verewigt, sondern auch an vielen anderen Stellen der Hansestadt. Zum Beispiel am Universitätsplatz. In Zusammenarbeit mit Jo Jastram hat er den "Brunnen der Lebensfreude" gestaltet und auch die Sonnenblumen des Hochhauses in Lichtenhagen, das 1994 aufgrund von Übergriffen auf Ausländer traurige Berühmtheit erlangte, sind dem Künstler Dietrich zuzuordnen. Doch mit der historischen Zuordnung ist Dietrich nicht zufrieden, genauso wie mit dem Kunstwerk selbst: "Ich habe lediglich die Skizzen für die Sonnenblumen entworfen, in der Umsetzung finde ich die Blumen zu naturalistisch gestaltet." Der Künstler hat außerdem den Brunnen "Sieben stolze Schwestern küsst das eine Meer" gestaltet und die Bronzeplastik in Warnemünde vor dem Hotel Neptun "Möwenflug" geschaffen. Heute ist Dietrich 78 Jahre alt und fühlt sich nach wie vor mit der Hansestadt verbunden. Mehrmals im Jahr kommt er nach Rostock, um Freunde zu besuchen und manchmal auch, um seine Kunstwerke in ganz Rostock aufzusuchen.

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