Umbauarbeiten sollen in Gadebusch im Frühjahr aufgenommen werden : Schlosssanierung soll weitergehen

Am Gadebuscher Schloss soll sich einiges tun - so der Schlossherr. zvs
Am Gadebuscher Schloss soll sich einiges tun - so der Schlossherr. zvs

Kirche, Rathaus und Schloss werden Touristen als die Sehenswürdigkeiten von Gadebusch angepriesen. Während Gäste Rathaus und Kirche von innen besichtigen können, stehen sie beim Schloss vor verschlossenen Türen.

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03. Februar 2011, 10:49 Uhr

Die Kirche, das Rathaus und das Schloss werden Besuchern im Kunstführer als die Sehenswürdigkeiten von Gadebusch angepriesen. Während Gäste das Rathaus und die Kirche auch von innen besichtigen können, stehen sie beim Schloss vor verschlossenen Türen. Immer wieder machte Schlossherr Herbert Freisleben-Liechtenstein aus Rimpar in Baden-Württemberg den Gadebuschern Hoffnung, dass die Sanierung des Renaissanceschlosses endlich beginnt. Auf Anfrage der SVZ sagte die Tochter des Besitzers, Martina Freisleben: "Die Sanierung des Schlosses verzögert sich weiter." Grund dafür sei eine Entscheidung des Landesdenkmalamtes. Die Behörde wolle den Vorschlag des Schlossbesitzers nicht akzeptieren.

Freisleben-Liechtenstein hat nach Angaben seiner Tochter vorgeschlagen, neue Fenster einzubauen, die allerdings nach innen öffnen. Diese Idee fanden die Denkmalschützer des Landes aber offenbar nicht gut. "Die kennen keine Gnade. Der Vorschlag wurde abgelehnt. Mein Vater ist darüber sehr verärgert", sagt Martina Freisleben. Ihr Vater wolle jetzt erst einmal abwarten, ob sich die Behörde nicht doch noch anders entscheide. "Wenn das nicht der Fall sein sollte", so Martina Freisleben, "dann werden nur die notwendigsten Maßnahmen zur Erhaltung des Schlosses ergriffen." Das Problem: Fenster, die nach außen öffnen, würden hohe Kosten verursachen. Die Fenster müssten dann nämlich von einem Gerüst oder einem Spezialkran aus gereinigt werden. Deshalb wollte der Schlossherr Fenster, die nach innen öffnen.

Mittlerweile, sagt Herbert Freisleben-Liechtenstein, sei der Streit aber beigelegt. "Die Probleme sind geklärt. Die Fenster werden so eingebaut, wie ich sie haben wollte." Ein Musterfenster sei inzwischen auch schon eingebaut worden, sagt Anke Lindig, Architektin beim Gadebuscher Ingenieurbüro Hanft & Kautzky - es hat die Planung für die Sanierung des Schlosses übernommen. Die anderen Fenster sollen im Frühjahr folgen, verspricht der Schlossherr. Wann genau, könne der 71-Jährige allerdings nicht sagen. "Das hängt vom Wetter ab." Und außerdem befinde er sich noch in Gesprächen. "Die letzten Dinge mit den Denkmalschützern müssen noch geklärt werden."

Worte, die ähnlich klingen wie vor zwei Jahren: Schon damals hatte der Schlossherr angekündigt, mit den Umbaumaßnahmen beginnen zu wollen. Passiert ist allerdings nichts. Dabei wäre eine Schönheitskur am Renaissanceschloss dringend notwendig. Der Putz bröckelt. Deckenbalken hängen durch. Nur die Reliefstreifen aus rotem Ton zeugen vom einstigen Wohlstand des Gadebuscher Schlosses. Sie trennen drei Geschosse von außen gut sichtbar und zeigen Figuren, Fabelwesen und Wappen norddeutscher Städte. "Am Schloss wurden über Jahrhunderte Bausünden begangen", sagt Stadtführer Horst Stutz. Deshalb wird eine Restaurierung nicht billig. Auch eine Untersuchung aus dem Jahr 1994 hatte ergeben, dass mindestens zehn Millionen Euro in eine komplette Sanierung investiert werden müssten.

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