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Top 15 der Sehenswürdigkeiten Deutschlands : Schloss verdrängt Hamburgs Michel

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Erstmals spielt das Schweriner Schloss mit dem Kölner Dom und der Dresdener Frauenkirche in einer Liga. Es gehört zu den 15 beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Deutschland.

svz.de von
erstellt am 14.Jan.2011 | 10:15 Uhr

Das ergab eine Online-Umfrage des Deutschen Tourismusverbandes (DTV) und des Städteportals meinestadt.de. An der Spitze des Rankings stehen der Kölner Dom und die Frauenkirche in Dresden. Schwerin liegt auf Platz 14. Außer dem Schweriner Schloss schafften es erstmals die Zeche Zollverein in Essen und die Residenz Würzburg unter die Top 15. Mit der Zeche Zollverein schaffte es die Kulturhauptstadt 2010 auf Platz 12, während Schwerin sicher noch vom Imagegewinn durch die Buga gezehrt hat. Herausgefallen aus dem Top-Ranking sind das Hermannsdenkmal, das Deutsche Eck bei Koblenz und der Hamburger Michel. Unter den Top 15 sind auch Schloss Neuschwanstein, der Dresdner Zwinger, die Wartburg, der Reichstag, das Völkerschlachtdenkmal und die Schwebebahn der Schweriner Partnerstadt Wuppertal zu finden. 90 Prozent der Befragten hätten ihre Lieblingsdenkmäler bereits einmal besucht, teilte der Tourismusverband mit.

Das Schweriner Schloss, in romantischer Lage auf einer Insel im Schweriner See gelegen, zählt zu den bedeutendsten Bauten des Historismus in Europa. Am 26. Mai 1857 feierte nach 15 Jahren Umbau Großherzog Friedrich Franz II. mit tausenden Schwerinern drei Tage lang die Einweihung des neuen Schlosses. Es war nicht nur schöner als sein Vorbild im Loire-Tal geworden, sondern auch größer. Während der höchste Punkt in Chambord 56 Meter hoch ist, reckt sich die Spitze des Schweriner Hauptturmes auf 70 Meter Höhe. Stehen in Chambord 426 Räume zur Verfügung, sind es in Schwerin stolze 652 Zimmer mit einer Gesamtfläche von 20 848 Quadratmeter - größer als zwei Fußballfelder.

In drei Etagen ist heute das Museum untergebracht. In der Beletage, den ehemaligen Wohn- und Gesellschaftsräumen der Großherzogin, wird Kunst des 18. und 19. Jahrhunderts in Räumen vorgestellt, die Auskunft geben über Innenarchitektur sowie künstlerische und handwerkliche Leistungen während des Historismus.

In der Festetage lagen Wohnung und Repräsentationsräume des Großherzogs. Hier befinden sich u. a. der Thronsaal als bedeutendster Festsaal des Schlosses und die Ahnengalerie, die in lückenloser Reihenfolge Gemälde aller regierenden Herzöge der Dynastie Mecklenburgs vom 14. bis zum 18. Jahrhundert enthält.

Ein architektonisches Kleinod innerhalb der Schlossanlage ist die im 16. Jahrhundert als erste protestantische Kirche Mecklenburgs errichtete Renaissancekapelle.

Der Burggarten wurde angelegt im Stil eines englischen Landschaftsgartens. Mit seltenen Gehölzen, einer terrassenförmigen Anlage über Orangerie und Grotte bis zu den Rasenflächen am Ufer und Blick auf den größten See Mecklenburgs, den Schweriner See, lädt er zum Spaziergang ein.

Im barocken Schlossgarten, entstanden nach Plänen Legeays, umrahmen 14 Gartenplastiken aus der Werkstatt Permosers den doppelarmigen Kreuzkanal.

Im Jahr 2010 wurde der Schweriner Gartensommer ins Leben gerufen. Zu den insgesamt sieben eigenen Veranstaltungen kamen etwa 45 000 Besucher. Auch das war sicher die eine oder andere Stimme für einen Platz des Schlosses unter den Top 15 bei den Sehenswürdigkeiten.

Gemeinsam mit der Landesregierung hat Schwerin 2010 ein mögliches Bewerbungsverfahren angeschoben, um das Schlossensemble auf die Welterbeliste der Unesco zu bekommen. Die einstige Residenz des Großherzogs hat sich nicht nur zum Wahrzeichen der Landeshauptstadt entwickelt, sondern auch zum schönsten Parlamentssitz in Deutschland. Und genau diese Mehrfachnutzung als touristischer Anziehungspunkt, als Landtagssitz, als Schlossmuseum, macht die Einzigartigkeit aus und dient den Politikern nun auch als Hauptargument, um das Schloss als Unesco-Weltkulturerbe einzustufen.

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