Schloss-Orangerie in Frauenmark eröffnet

Der neue Festsaal – die Orangerie auf Schloss Frauenmark – bietet 120 Personen Platz für Feierlichkeiten oder Veranstaltungen.  Foto: Nicole Buchmann
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Der neue Festsaal – die Orangerie auf Schloss Frauenmark – bietet 120 Personen Platz für Feierlichkeiten oder Veranstaltungen. Foto: Nicole Buchmann

Mit Taschenlampe und Zollstock ist Ingo Rothenberg eines Nachts in sein Warenlager gegangen. Hat geguckt, gemessen, gebohrt und es für perfekt befunden. Die Orangerie Schloss Frauenmark war geboren und wurde gestern feierlich eingeweiht.

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11. März 2008, 07:42 Uhr

Frauenmark - Kein Schild, keine Fahne, keine Bierreklame – nichts weist auf das Schloss inmitten der mecklenburgischen Landschaft. Verträumt im kleinen Örtchen Frauenmark. Rosafarben liegt es – zurückgenommen an der Dorfstraße – hinter dem Sportplatz mit Fußballtoren und Basketballkorb.

Die Straße zum Schloss nehmen gestern viele. Sie sind geladen, um den neuen Festsaal einzuweihen, den Petra und Ingo Rothenberg in „nächtlicher Intention“ gebaren, wie sie ihren Gästen später erzählen werden. Nachdem sich Amtsleiter, Bürgermeister oder Elektrikermeister umgesehen haben in diesem Refugium an Opulenz.

Der Kies knirscht herrschaftlich unter den Füßen von Gerda Bahl und Christel Markwardt, als sie die Auffahrt hinauf kommen. Einen großen Blumenkübel befördern sie auf dem Gepäckträger eines Fahrrades. Eine Aufmerksamkeit, damit auch das „Projekt Orangerie“ gelinge.

So haben die Rothenbergs das Gebäude getauft, das vormals Schweinen, Pferden, aber auch Flüchtlingen und Dorfbewohnern Unterkunft war. Davon ist heute nichts mehr zu sehen. Die kleinen Stallfenster wurden getauscht gegen französische, dekoriert mit langen Fensterschals. Die Wandfarbe erinnert an Italien, die in weiße Rahmen eingefassten Blüten an romantische Mädchenzimmer.

An den runden Tischen haben auch Gerda Bahl und Christel Markwardt Platz genommen – auf Stühlen mit bordeauxfarbenem Überzug. Die Rentnerinnen haben die Wandlung vom ehemaligen Altersheim in das rosafarbene Schloss genau verfolgt und lauschen nun den Worten des Schlossherren.

Ingo Rothenberg erzählt, wie aus dem einst von ihm als Lagerraum genutzten Gebäude die 190 Quadratmeter Festsaal entstanden. Wie er in seiner Ungeduld die Fertigstellung nicht habe erwarten können. Und wenn er erzählt, lässt sich nicht verhehlen, dass seine Wurzeln in Berlin liegen. Das will er auch nicht. „Ich bin ein Ur-Preuße – in vierter Generation.“

Seinen Ahnen sei es auch zu verdanken, dass im Schloss die ureigene Herrschaftlichkeit Einzug gehalten hat. Die getäfelten Wände, Chaiselonges, Leuchter und all das Mobiliar sind von beeindruckender Majestätik. Kein Wunder, dass die Anfrage für „königliche“ Hochzeiten auf Schloss Frauenmark zunehmen. Die Orangerie soll nun die Kapazitäten für die Festgesellschaften bieten. Bis zu 120 Personen können mit Blick auf den schlosseigenen Park feiern. Ingo Rothenberg hat sich bei der Anzahl an der Stuhlbreite orientiert, die auf Schloss Windsor maßgebend ist.

Ohnehin scheint die englische Monarchie dem Frauenmarker Schlossherren Vorbild zu sein. Denn sein Anwesen soll die private Atmosphäre jener englischen „Manor Houses“ behalten, die die Gäste von Sussex über Cornwall bis nach Yorkshire schätzen.

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