Dömitz: Planungen von Umweltminister Backhaus scharf kritisiert : Schleichende Gifte in Buhnenblöcken

protest_01.jpg

Gegen den Ausbau der Elbe protestierten am Sonnabend ab 17 Uhr eine Stunde lang etwa 70 Menschen mit einem Fackelmarsch über die Dömitzer Elbbrücke auf die niedersächsische Seite und zurück.

von
01. Februar 2011, 11:24 Uhr

Einem Ausbau der Elbe, der Vertiefung des Flusses und der Entbuschung des Deichvorlandes erteilt der BUND-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern eine strikte Absage. Die Landesgeschäftsführerin und Initiatorin der regionalen Aktion "Fackeln für die Elbe", Corinna Cwielag, betitelte am Sonnabend zum Auftakt des Fackelmarsches am Dömitzer Brückendenkmal die Aufforderung von Landesumweltminister Till Backhaus, die Entbuschung des Elbvorlandes voranzutreiben, als "Quatsch und absurd". Cwielag begründete ihre Ansichten gegenüber der SVZ damit, dass das Flussbett keine tiefere Fahrrinne, sondern mehr Überflutungsflächen benötige. Zudem würde ein Deichrückbau, wo noch möglich, zusätzlich Platz für Hochwasserfluten schaffen. Die Annahme, dass eine Entbuschung im Deichvorland das Abfließen der Wassermassen deutlich erhöhen könnte, sei eine irrige, so die BUND-Aktivistin. "Solche erhofften Einschätzungen gehen gen Null. Der aktuelle Hochwasserschutz ist effizient für die Menschen am Fluss, die Deiche sind ein sicherer Schutz." Doch der Deichrückbau sei eine sinnvolle, natürliche Maßnahme gegen Hochwasser. Das könne am Beispiel der Lenzener Wische beobachtet werden. Für das niedersächsische Schnackenburg sei im Verlauf des jüngsten Hochwassers eben keine gefährliche Flutsituation entstanden, so ein BUND-Sprecher aus Lüchow-Dannenberg. Die Steinblöcke der Buhnen sah der Lüchow-Dannenberger Sprecher des Naturschutzbundes (Nabu), Eckhard Seebaß, als Gefahr für Flora, Fauna und für die Nahrungskette an. Nach seinen Information bestünden diese Blöcke für den Bau, Ausbau und die Erhöhung von Buhnen auch aus Hochofenschlacken. Die seien mit schleichenden Umweltgiften wie Arsen, Blei, Quecksilber oder Cadmium belastet. Über die Folgen durch Auswaschung bestünden in der Langzeitwirkung keine aussagekräftigen Werte. Die BUND-Landesvertreterin kritisierte im gleichen Atemzug die Flusspolitik des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. Sie wirft dem Landesbetrieb einseitiges Handeln für eine Ausweitung des Binnenschiffsverkehrs vor.

Gegen den Ausbau der Elbe protestierten am Sonnabend ab 17 Uhr eine Stunde lang etwa 70 Menschen mit einem Fackelmarsch über die Dömitzer Elbbrücke auf die niedersächsische Seite und zurück. Unter den Protestlern waren auch Vertreter der BUND-Ortsgruppen Ludwigslust, Lübtheen und Dömitz. Die Aktion wurde bundesweit entlang der Elbe veranstaltet.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen