Schlechte Noten für das Schulessen

Gute Bewertung: Schulspeisung an der Privatschule ecolea.
Gute Bewertung: Schulspeisung an der Privatschule ecolea.

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10. Juli 2008, 06:57 Uhr

Schwerin - Die Umfrage unserer Zeitung war natürlich nicht repräsentativ und deckte auch nicht alle Bildungseinrichtungen der Stadt ab. Dennoch zeigte der Besuch an fünf Schulen: Fast alle Schüler dort sind unzufrieden mit dem ihnen vorgesetzten Essen. Viele Schulen bestellen beim gleichen Zulieferer, deswegen ist das einheitliche Urteil über die Schulspeisung nicht verwunderlich. Doch auch an Schulen, die ihr Essen frisch und eigenständig zubereiten, wie die Waldorfschule, sind die Schüler geteilter Meinung.

Großen Zuspruch finden Senfei und Milchreis, dagegen wird die Tomatensauce mehr schlecht als recht zubereitet, so die Meinung der befragten Schüler. Allgemein sollte „nur“ die Zubereitung der Gerichte verbessert werden, da die Auswahl als ausreichend eingeschätzt wird.

An der Erich-Weinert-Schule kritisieren die befragten Schüler ebenfalls die Qualität der Essenszubereitung. Abwechslung könnte zum Beispiel Spargel, Soljanka oder Brokkoliauflauf bieten.

An der Albert-Schweitzer-Sonderschule für Körperbehinderte wird dienstags gern mal selbst gekocht und so können dann die weniger beliebten Gerichte, wie Gemüseplatten oder Eierkuchen, von den Schülern umgangen werden. Einschränkend ist bei dem Schulessen, dass die Speisen komplett im Klassenverband ausgewählt werden müssen und außerdem zu fünfundsiebzig Prozent vegetarisch sind.

Eine besondere Bedeutung kommt der Schulspeisung an der Privatschule Ecolea zuteil. Es werden mit Projekten der Schülerfirma „Snackquelle“ und hauseigenen Kochkursen viele Schüler über gesunde und für sie gerechte Ernährung aufgeklärt. Ein schon bunt mit unterschiedlich gestalteten Essensmarken beklebter Mensavorraum lässt annehmen, dass die Schüler sich gern und selbstständig über dieses Thema informieren.

Was die Kinder und Jugendlichen schulübergreifend zum Essen rennen lässt, sind die beliebten „XXL-Bratkartoffeln“. Was in Zukunft öfter auf der Speisekarte stehen sollte, darüber sind sich die meisten Schüler einig: Bratkartoffeln mit Spiegelei, Toast Hawaii und für die Sommertage die Rostbratwurst vom Grill. Auch sollten mehr frisches Obst und Lasagne auf dem Essensplan stehen.

Die 7. und 9. Klassen des Goethe-Gymnasiums hatten außer der zu geringen Würzung und den wenig schmackhaften Kartoffeln nichts Konkretes auszusetzen, verlangten allerdings mehr „gutes Gemüse“.
„Ich ess’ alles!“, sagte Oliver Künzel, Schüler der 8. Klasse. Demnach gibt es sehr wohl Schüler, die auch rundum zufrieden sind.

Der Test unserer Zeitung hat gezeigt, dass trotz individueller Kritik der Schüler eine vielfältige Auswahl vorhanden ist, es jedoch oftmals sogar entscheidend an der Qualität und Zubereitung mangelt. In einem Punkt sind sich alle Schüler einig, nämlich dass es Pizza jeden Tag geben könnte.

Das verwundert wenig. Erstaunlich ist jedoch die übereinstimmende Bilanz aller befragten Schüler: Auch wenn das Essen nicht immer begeistert: Die Köche bzw. die Essensausgabe teilen die Speisen immer freundlich an die Schüler aus.

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