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Knickrehm spendet Stammzellen für einen Leukämiekranken : Schlagsdorfer hilft krankem Australier

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Der Schlagsdorfer Fußballstürmer Knickrehm könnte von der Kreisoberliga in die Liga der Lebensretter aufsteigen. Denn der Mecklenburger hat am anderen Ende der Welt einen "genetischen Zwilling".

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erstellt am 01.Jun.2011 | 10:25 Uhr

Volltreffer: Der Schlags dorfer Fußballstürmer Marco Knickrehm könnte von der Kreisoberliga in die Liga der potentiellen Lebensretter aufsteigen. Denn der 27-jährige Mecklenburger hat am anderen Ende der Welt einen "genetischen Zwilling". Dabei handelt es sich um einen 50-jährigen Australier, der an Leukämie erkrankt ist. Knickrehm hofft, dass ihm durch eine Stammzellen-Transplantation das Leben gerettet werden kann. Aus diesem Grund flog der Schlagsdorfer in der vergangenen Woche nach Dresden. Dort wurden ihm unter ärztlicher Aufsicht Stammzellen entnommen. "Als ich danach erfuhr, für wen ich gespendet habe, dachte ich nur: Boh, Australien", sagt Knickrehm.

In den nächsten Tagen will der Schlags dorfer seinem "genetischen Zwilling" eine Botschaft aus Mecklenburg senden und ihm alles Gute wünschen. "Vielleicht lernen wir uns auch einmal persönlich kennen", sagt Knick rehm. Seine Botschaft wird über die Deutsche Knochenmarkspenderdatei gGmbH (DKMS) anonymisiert an den australischen Patienten übermittelt. Erst in zwei Jahren dürfen sich Spender und Patient persönlich können. Nicht selten entstehen außergewöhnliche Freundschaften.

Die DKMS hat die Aufgabe übernommen, geeignete Stammzellspender für Leukämiepatienten zu finden. Nach deren Erfahrung kommt es bei höchstens fünf von hundert potenziellen Stammzellspendern innerhalb der nächsten zehn Jahre zu einer Stammzellspende. Es sei wie bei einem komplizierten Puzzlespiel mit Millionen von Teilen.

Dass jetzt einem Australier geholfen werden kann, geht auch auf die Initiative des Vorsitzenden der SG Schlagsdorf, Jens Strohschein, zurück. Er hatte vor zwei Jahren unter der Schirmherrschaft von Landrätin Birgit Hesse zur Typisierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) aufgerufen. Mehr als 230 Frauen und Männer spendeten damals im Dorfgemeinschaftshaus jeweils fünf Milliliter Blut zur Feststellung, ob einem an Leukämie erkrankten Menschen geholfen werden kann. Auch Marco Knickrehm ging damals mit Mannschaftskollegen der SG Schlagsdorf in das Dorfgemeinschaftshaus und beteiligte sich an der Aktion. Schmerzen habe er nicht gespürt.

"Mit Marco ist ein zurückhaltender, bescheidener Mensch ein potentieller Lebensretter geworden", verdeutlicht der Vereinsvorsitzende Jens Strohschein. Durch einen kleinen Pieks konnte nun hoffentlich einem anderen Menschen geholfen werden.

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