Schlaglöcher plündern Haushaltskasse

Die Frostschäden in den Straßen reißen tiefe Löcher in die kommunalen Haushalte.  Reinhard Klawitter
Die Frostschäden in den Straßen reißen tiefe Löcher in die kommunalen Haushalte. Reinhard Klawitter

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15. April 2010, 06:59 Uhr

Prignitz | Die durch den zum Teil strengen Frost und die gefrierende Nässe hervorgerufenen Straßenschäden reißen auch in der Prignitz tiefe Löcher in den Haushalt. Insgesamt 110 000 Euro koste allein die Reparatur der Kreisstraßen, meint Günter Stoffers, Leiter der Kreis straßenmeisterei Prignitz. Am teuersten sei das Flicken der Risse, wofür rund 50 000 Euro mehr als normalerweise aufgewendet werden müssen. Das Flicken der Löcher schlage mit rund 10 000 Euro ebenfalls teuerer zu Buche als sonst. Um diese Mehrkosten auszugleichen, werde in diesem Jahr nicht wie üblich die gesamte Oberfläche der betroffenen Straßen saniert, sondern sie nur dort instand gesetzt, wo sich auch tatsächlich Schäden befänden. Diese Methode führe zwar dazu, dass die Straße öfter erneuert werden müsse, die Finanzierbarkeit der Mehrkosten sei so jedoch gewährleistet.

"Die meisten Schlaglöcher sind bereits mit bituminösem Kaltmischgut aufgefüllt", erklärt Stoffers. Bis alle Krater geflickt sind, werde es allerdings noch dauern. "Spätestens im Juli wollen wir fertig sein." Die anschließende Reparatur der Risse werde sich bis September hinziehen.

Noch länger wird sich die Erneuerung teilweise in den Kommunen hinziehen. In Perleberg beispielsweise müssten Autofahrer sich zum Teil noch den ganzen Sommer über mit beschädigten Fahrbahnen arrangieren, vermutet Holger Schelle, der stellvertretende Leiter des zuständigen Betriebshofs. Grund dafür sei, dass "die festgestellten Schäden auf jeden Fall heftiger sind als sonst". Die gesamten Sanierungskosten könne man jedoch frühstens im Herbst abschätzen.

Konkrete Zahlen dagegen hat Steffi Gottwald vom Bauamt Wittenberge vorzuweisen: "44 000 Euro werden für die dringendsten Sanierungsmaßnahmen aufgewendet", erklärt sie. "Mit diesem Geld können wir schon die wichtigen Schäden beheben."

Die meisten Schlaglöcher, bei denen Unfallgefahr bestehe, habe man bereits beseitigt. Das sei das beste Argument, um Bürgerbeschwerden zu entkräften.

Auch im Bereich Kyritzer Straße müssten Missstände ausgeräumt werden, erklärt Steffi Gottwald. Die dortigen Schlaglöcher seien teilweise riesig, eine Unfallgefahr bestehe jedoch nicht. Die Sanierung der Kyritzer Straße zwischen Grapenweg und Perleberger Straße allein koste zusätzliche 35 0000 Euro. Dennoch würden auch nach Abschluss der Bauarbeiten Ende Mai voraussichtlich nicht alle Schäden behoben sein, da hierzu schlicht das Geld fehle.

Auch die Kosten für die Bundes- und Landesstraßenerneuerung werden wohl höher ausfallen als gewöhnlich. Konkrete Zahlen könne man aber nicht nennen, sagt Dr. Cornelia Mitschka vom Landesbetrieb Straßenwesen. Durch die zentrale Verwaltung sei dieses nur auf Landesebene möglich.

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