Schelsky-Günstling abgetaucht

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24. November 2008, 08:20 Uhr

Greifswald/Schwerin | Nach dem Urteil für Wilhelm Schelsky wird die Luft für den Greifswalder CDU-Bundestagsabgeordneten Ulrich Adam immer dünner. CDU-Landeschef Jürgen Seidel sagte gestern gegenüber unserer Redaktion: "Ich gehe davon aus, dass eine erneute Nominierung von Uli Adam für ein Bundestagsmandat nicht erfolgreich sein wird."

Nach Ermittlungen der Nürnberger Staatsanwaltschaft soll Adam über 200 000 Euro von Schelsky erhalten haben, ohne diese ordnungsgemäß zu melden. Selbst Handy-Rechnungen über 11 363,36 Euro soll Schelsky für Adam gezahlt haben. Der CDU-Politiker selbst hatte bislang lediglich 60 000 Euro an verdeckten Zuwendungen für die Wahlkämpfe 2002 und 2005 eingeräumt. Der Staatsanwalt ermittelt wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung.

Adam, der 1990 für die CDU im Bundestag sitzt und als Vertrauter von Bundeskanzlerin Angela Merkel gilt, lässt zwar seit April sein Amt als stellvertretender Landesvorsitzender ruhen, hat bislang aber seine erneute Kandidatur für das Bundestagsmandat 2009 völlig offen gelassen. Weder auf dem CDU-Landesparteitag Anfang November, bei dem er nicht erschien, noch auf vorherigen Landesvorstandssitzungen hat er sich trotz öffentlicher Rücktrittsforderungen aus den eigenen Reihen erklärt. Er gilt als "abgetaucht".

Das stößt bei der CDU zunehmend auf Unverständnis. Eine Findungskommission der Kreisverbände Greifswald, Ostvorpommern und Demmin will einen Kandidaten für das Bundestagsmandat suchen. "Wenn das Ermittlungsverfahren gegen Adam bis zum 10. Januar nicht abgeschlossen ist, wird es schwer, ihn wieder aufzustellen", so Greifswalds CDU-Kreischef Egbert Liskow. Adam war gestern ein weiteres Mal nicht für ein Statement zu erreichen.

Nominierungen offen - Rehberg in Güstrow im Rennen Die Landes-CDU will im Frühjahr über ihre Kandidaten für die Bundestagswahl 2009 entscheiden. Fest steht, dass Susanne Jaffke-Witt in Vorpommern 2009 ihre politische Laufbahn beendet. Der zuletzt in Rostock angetretene Ex-Landeschef Eckhardt Rehberg ist vom Kreisverband Bad Doberan für eine Kandidatur im Wahlkreis 17 (Doberan/Güstrow/Müritz) vorgeschlagen. Der Kreisverband Güstrow und auch CDU-Kreistagspräsidentin Ilka Lochner-Borst haben sich dazu (entgegen unserer irrtümlichen Berichterstattung) noch nicht erklärt.

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