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23. November 2017 | 10:31 Uhr

Grabow : Schaumküsse als Sozialprojekt

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Grabower Schaumküsse gibt es seit etwa 55 Jahren. Die Schau(m)manufaktur ist ein in jeder Hinsicht einzigartiges Projekt. Unter dem Motto: "Integration durch Tradition - Grabow für alle Menschen" haben...

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erstellt am 27.Mär.2011 | 06:39 Uhr

Grabow | Die Idee, mit Schaumküssen zum Selbermachen künftig mehr Touristen in die Kleinstadt zu locken, scheint aufzugehen.

"Für das erste Jahr unseres Bestehens hatten wir mit 80 Reisebussen geplant. Geworden sind es tatsächlich 130. Knapp 12 000 Besucher haben bisher unser Haus ,gestürmt. Das bedeutet, das sich über 8000 Gäste selbst ein Küsschen gegeben haben", freut sich Laura Weist. Die 21-Jährige ist seit März 2010 Koordinatorin für die "Schau(m)manufaktur". Hier können Touristen- oder Schülergruppen die süßen Naschereien selbst herstellen. Die mit 1,2 Millionen Euro von der EU geförderte Einrichtung soll dabei nicht nur die 175 Jahre alte Süßwarentradition der Eldestadt touristisch vermarkten, sondern auch Arbeitslosen eine Chance geben, wie Stefan Sternberg, Projektleiter der Berufsbildungsstätte Start (BBS), sagt. Zwölf Ein-Euro-Jobber hätten in den letzten 12 Monaten in der Manufaktur und dem Lehrcafé mitgearbeitet. "Vier von ihnen konnten in ein festes Beschäftigungsverhältnis überführt werden."

Grabower Schaumküsse gibt es seit etwa 55 Jahren. Die Schau(m)manufaktur in der Rudolf-Breitscheid-Straße 4a ist deshalb ein in jeder Hinsicht einzigartiges Projekt. Unter dem Motto: "Integration durch Tradition - Grabow für alle Menschen" haben sich vier Kooperationspartner aus öffentlicher Hand, Wirtschaft und Bildung zusammengeschlossen, um jungen Menschen einen Weg in den ersten Arbeitsmarkt aufzuzeigen, von älteren Menschen mit Berufserfahrung zu lernen und auch diese auf eine Rückkehr in den Job vorzubereiten. Vier Langzeitarbeitslose und zwei Azubis "schmeißen" den Laden zur Zeit.

Die ehemalige Gewerbeschule, ein historisches Fachwerkhaus das aufwendig von Grund auf saniert wurde, bietet neben der eigentlichen Schauwerkstatt auch ein Lehrcafé und großzügige Räumlichkeiten für Veranstaltungen bis 60 Personen. Angeboten werden außer den selbst kreierten Schaumküssen regionale Spezialitäten nach fast vergessenen Rezepten. Dazu gehören Marmeladen, Kuchen und Liköre. Für Familien, Senioren, Clubs, Vereine, Schulen, Kindergärten, Einzelreisende oder Gruppenreisen ist die Schau(m)manufaktur der neue Anlaufpunkt in der Stadt. International hat das Schokoladenerlebnis bereits Dauerpartner und Besucher aus ganz Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg, Polen und Estland von sich überzeugen können. Selbst Schiffe der Müritzer Weißen Flotte ankern auf ihrer Lübecker-Marzipantour in Grabow.

Simone Koltzau, Geschäftsführerin der Grabower Süsswaren GmbH, die übrigens der Schau(m)manufaktur die Rohstoffe Zucker, Eiweiß, Schokolade und Waffeln sponsort, ist von der sozialen Idee ohnehin fest überzeugt. "Ich finde es wirklich toll, was in nur einem einzigen Jahr alles erreicht wurde. Das Ziel, mehr Gäste in unsere Stadt zu bringen, wurde 2010 voll erreicht. Und es sind Menschen Stück für Stück wieder in Arbeit gebracht worden. Ein altes Gebäude wurde außerdem mit neuem Leben erfüllt. Wir werden auch weiterhin gemeinsam Ideen entwickeln, um das Projekt noch mehr voranzubringen."

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