Arbeitszüge stießen in Neustrelitz zusammen : Schaden und Verletzte bei Bahnunfall

 Auf der Bahnstrecke Berlin-Rostock liegen  in Neustrelitz die verkeilten Loks und Waggons auf den Gleisen. dpa
Auf der Bahnstrecke Berlin-Rostock liegen in Neustrelitz die verkeilten Loks und Waggons auf den Gleisen. dpa

Zerbeultes Blech, zerstörte Betonschwellen, zerrissene Stromleitungen - beim Zusammenstoß zweier Arbeitszüge auf der Bahnstrecke Berlin-Rostock bei Neustrelitz ist ein Schaden in Millionenhöhe entstanden.

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28. November 2010, 06:51 Uhr

Neustrelitz/Berlin | Zerbeultes Blech, zerstörte Betonschwellen, zerrissene Stromleitungen - beim Zusammenstoß zweier Arbeitszüge auf der Bahnstrecke Berlin-Rostock bei Neustrelitz ist ein Schaden in Millionenhöhe entstanden. Diese Bilanz zog ein Sprecher der Deutschen Bahn AG gestern in Berlin.

Bei dem Unglück in der Dunkelheit am frühen Sonntagmorgen wurden ein Lokführer und ein weiterer Bahnmitarbeiter schwer verletzt. "Wir wissen noch nichts über die Ursache", sagte Uta Bluhm, Sprecherin der Bundespolizei. Es werde wegen Gefährdung des Bahnbetriebs ermittelt.

Augenzeugen bot sich nördlich des Bahnhofs Neustrelitz in Richtung Kratzeburg ein Bild der Verwüstung. Die Strecke wurde bis Montag gesperrt, Fernzüge werden bis dahin über Schwerin umgeleitet. Eine Gefahr für andere Züge habe aber nicht bestanden, hieß es von der Bahn.

Laut Bluhm waren die beiden Baugüterzüge am frühen Morgen frontal zusammengestoßen. Einer der Züge bestand aus 20 Waggons, die mit Schotter beladen waren. Durch den harten Aufprall stürzte eine schwere Lokomotive ganz um, eine zweite Lok stellte sich quer, mehrere Bauwaggons entgleisten und verkeilten sich. "Ein Wunder, dass die Lokführer da überhaupt noch heil rausgekommen sind", sagte ein Anwohner. Die Oberleitungen und das Gleisbett wurden stark beschädigt und verwüstet.

Auch Dieselkraftstoff lief aus und musste von Feuerwehrleuten beseitigt werden. Die Deutsche Bahn AG forderte zwei schwere Eisenbahndrehkräne aus Hessen an, die am späten Sonntagnachmittag eintreffen sollten.

Die Bahnstrecke besteht in dem Unfallabschnitt normalerweise aus zwei Gleisen. Der Abschnitt bis Kratzeburg wird aber seit Wochen erneuert, weil die Bahn dort 160 Stundenkilometer schnell fahren will. Deshalb ist ein Gleis ständig für Bauarbeiten gesperrt. In der Unfallnacht waren sogar beide Gleise für Bauarbeiten gesperrt. Warum die beiden Züge aber auf dem gleichen Gleis, dem eigentlichen Betriebsgleis, zusammenstießen, ist nach Angaben der Bundespolizei noch nicht geklärt.

Die Fernzüge zwischen Berlin und Rostock sowie der Privatzug Interconnex, mit dem viele Studenten von Leipzig nach Norden reisen, fuhren über Schwerin. Für den Regionalexpress der Linie 5 sowie für die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft (ODEG) fuhren Ersatzbusse zwischen Neustrelitz und Waren (Müritz).

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