Sandwolke zum Grillen

Ein unbefestigter Weg in der Grabower Siedlung beim Fußballplatz sorgt seit zwei Jahren für Ärger. Einige Anwohner hätten wegen Rasern sogar schon Sand auf dem Grillteller gehabt. Gespräche mit der Stadt Grabow und Anwohnern führten bisher zu keinem Erfolg.

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10. Juni 2008, 08:27 Uhr

Grabow - Der Amselring ist ein schönes Stück Grabow, ist sich auch Gisela Welke sicher. Ein schmuckes Haus reiht sich an das nächste, die Vorgärten sind gepflegt, der Rasen ist schön kurz geschnitten und die Straße, die durch das Wohngebiet führt, lässt ebenfalls keine Wünsche offen. Kein Wunder, dass sich vor sieben Jahren auch das Ehepaar Welke hier für ein Haus entschieden hat. Doch trotz der Idylle vor ihren Haus macht ihr etwas Sorgen.

Stadt ersetzte Straßenbelag – jetzt staubt esDenn hinter ihrem Grundstück führt ein Weg entlang, der ihr mittlerweile seit zwei Jahren Kopfzerbrechen bereitet. „Wenn wir draußen sitzen, sehen wir regelmäßig, wie sich eine große Staubwolke nach der anderen nähert und über uns niedergeht“, sagt sie. Seitdem die Stadt den Fahrbahnbelag der verlängerten Goethestraße verändert und durch ein leichtes Splittgemisch ersetzt habe, sei es kaum noch auszuhalten. Den ganzen Mai hindurch sei das Ehepaar und ihre Nachbarn zugestaubt worden. Beim Grillen hätten sie sogar schon Sand auf dem Teller gehabt, und ihre Wäsche kann Gisela Welke auch schon lange nicht mehr nachmittags aufhängen. „Wenn die Leute langsam fahren würden, aber sie rasen hier mit 60 bis 70 Kilometer lang“, sagt sie und muss den Kopf schütteln.

Viele Eltern bringen ihre Kinder zum Fußball und auch Kleingärtner nutzten den Weg häufig. Besonders schlimm sei es beim letzten großen Fußballspiel gewesen, als das Team von Hansa Rostock angereist war und viele Besucher kamen. Die Autos staubten die Häuser der Siedlung regelrecht zu. Ein Grund mehr, sich an das Bauamt der Stadt zu wenden. Ein Gespräch Gisela Welkes mit Bauamtsleiter Peter Neumann verlief im „Sand“. Es hieß, dass die Stadt für eine Befestigung kein Geld habe.

Schild ist hinter Bäumen versteckt
Das Schild zur Geschwindigkeitsreduzierung auf 10 Kilometer pro Stunde ist hinter einem Busch versteckt und für die Autofahrer kaum sichtbar. Das regt die Grabowerin auf und sie denkt dabei nicht nur an sich, sondern auch an die vielen Kinder in der Wohnsiedlung. „Wenn die Kinder den kleinen Seitenweg vom Amselring zur Goethestraße herunterfahren, könnte es gefährliche Unfälle geben“, sagt Gisela Welke. Die Bäume und Büsche verhinderten die gute Einsicht und bei dem hohen Geschwindigkeiten stecke hier ein enormes Gefahrenpotenzial.

„Meiner Meinung nach ist das ein sehr offener Bereich“, sagte hingegen der Bauamtsleiter der Stadt Grabow, Peter Neumann, gestern auf SVZ-Anfrage. Dennoch werde sich das Ordnungsamt die Situation noch einmal anschauen. Außerdem wurde beim Landkreis ein Antrag auf verkehrsrechtliche Anordnung gestellt. Der beinhaltet, dass der gesamte Weg von der Goethestraße bis zum Ende der Asphaltierung beim Haus der Welkes zur dreißiger Zone wird, so Peter Neumann. Damit werde die Situation ebenfalls entschärft.

Was die Befestigung des Weges angeht, macht Peter Neumann den Anwohnern vorerst keine Hoffnung: „Dieser Weg ist auf unserer Prioritätenliste nicht weit oben, außerdem liegt der Weg schon im Waldgebiet und die Stadt hat im Moment sowieso kein Geld.“

Auch die mangelnde und eher staubfördernde Befestigung, wie sie Gisela Welke bemängelt, sei wesentlich besser, als der vorherige Belag, so der Bauamtsleiter.


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