Saisonstart mit Paukenschlägen und schweren Verletzungen - Aufsteiger Hoffenheim und Schalke vorn

Cottbuser Urtugenden wie Zweikampfhärte und Einsatz hatten am Sonnabend die Hoffenheimer um Stürmer Demba Ba (rechts, im Duell mit Energie-Kapitän Timo Rost) für sich gepachtet. Foto: dpa
Cottbuser Urtugenden wie Zweikampfhärte und Einsatz hatten am Sonnabend die Hoffenheimer um Stürmer Demba Ba (rechts, im Duell mit Energie-Kapitän Timo Rost) für sich gepachtet. Foto: dpa

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18. August 2008, 05:37 Uhr

Düsseldorf - Gelungene Premieren, schwere Verletzungen und überraschende Transfers - die Fußball-Bundesliga ist mit einigen Paukenschlägen in die 46. Saison gestartet. Die Titelfavoriten Bayern München mit dem neuen „Heilsbringer“ Jürgen Klinsmann und Werder Bremen mussten mit Punkteteilungen bereits erste Enttäuschungen verkraften.

Dagegen setzten mit souveränen 3:0-Siegen der FC Schalke 04 und vor allem Aufsteiger 1899 Hoffenheim die Glanzpunkte und eroberten gemeinsam vorerst die Tabellenspitze. Der Champions-League- Teilnehmer aus Gelsenkirchen und der millionenschwere „Dorfclub“ scheinen gerüstet für hohe Ziele. „Wir wollen die Liga bereichern“, betonte Trainer Ralf Rangnick, nachdem seine junge Elf mit dem Top- Debüt bei Energie Cottbus gleich ihre Duftmarke hinterlassen hatte.

Starke Leistungen zeigten auch der VfB Stuttgart und Hertha BSC Berlin. Der VfB leiß Aufsteiger Borussia Mönchengladbach in deren Borussia-Park beim 3:1 (3:0) nicht den Hauch einer Chance. Die Hertha siegte bei Eintracht Frankfurt souverän mit 2:0.

Die Freude von Dortmunds neuem Trainer Jürgen Klopp über den 3:2- Sieg bei Bayer Leverkusen war dagegen gedämpft. Denn Dedes Kreuzbandriss schlug ihm aufs Gemüt. Der Brasilianer, seit Jahren der zuverlässigste BVB-Profi, muss nach seiner Operation am Montag rund sechs Monate pausieren. „Das ist ein harter Schlag für uns, weil er ein absoluter Leistungsträger ist“, sagte Sportdirektor Michael Zorc.

Dede ist nicht der einzige, der nach turbulentem Saisonstart auf Eis liegt. Schalkes Jermaine Jones humpelte gegen Hannover nach einem rüden Foul von Altin Lala schon nach 30 Minuten vom Feld und fällt mit einem Syndesmoseriss sechs Wochen aus. Wie Nationalteam-Kollege Torsten Frings, der nach Werder Bremens 2:2 bei Arminia Bielefeld über Muskelprobleme klagte, musste Jones am Sonntag seine Teilnahme am Belgien-Länderspiel der DFB-Elf am Mittwoch in Nürnberg absagen.

Vom Pech verfolgt bleibt auch Schlussmann Roman Weidenfeller. Die in Leverkusen erlittene Fleischwunde über dem Knie entpuppte sich aber als nicht ganz so schwerwiegend. Die Borussia hofft, dass er in zwei Wochen bei Energie Cottbus wieder zwischen den Pfosten stehen kann. Nationalkeeper Rene Adler (Leverkusen) und Schalkes Neuzugänge Jefferson Farfan und Orlando Engelaar hatten sich bereits kurz vor dem Erstliga-Start verletzt.

Schalke-Manager Andreas Müller mag trotz der Verletzungsflut keinen generellen Trend ausmachen. Gleichwohl empfiehlt er, dass die Schiedsrichter überhartes Einsteigen konsequent ahnden. „Viele Mannschaften sind gerade zu Saisonbeginn sehr motiviert. Da passieren solche Dinge. Aber wir haben ja gute Schiedsrichter in Deutschland, die das entsprechend ahnden werden.“

Der Hamburger SV trat nach dem 2:2 in München am Freitag zufrieden die Heimreise an und mit der spektakulären Verpflichtung von Stürmer Mladen Petric - im Gegenzug wechselt Mohamed Zidan zum BVB - erneut aufhorchen. Titelverteidiger und Favorit Bayern München erfuhr nach „zerfahrener Vorbereitung“ (Klinsmann) schon im ersten Punktspiel, dass ihm nichts geschenkt wird.

„Wir wären lieber mit einen Dreier gestartet“, gestand Ex-Bundestrainer Klinsmann, dessen Elf einen 2:0- Vorsprung verspielte. Ähnlich durchwachsen verlief der Start des Vizemeisters. Beim 2:2 in Bielefeld offenbarten die Bremer große Abwehrschwächen, bekamen nach den Toren von Markus Rosenberg jeweils den Ausgleich durch Artur Wichniarek. „Das war einfach nur Dummheit, die drei Punkte hätten wir mitnehmen müssen“, bemängelte Frings.

Über knappe Siege freuten sich der Karlsruher SC (1:0 gegen VfL Bochum) und der VfL Wolfsburg, für viele „der Geheimfavorit“. Die Mannschaft von Trainer Felix Magath verwandelte den 0:1-Rückstand gegen Aufsteiger 1. FC Köln vor allem dank der Schlitzohrigkeit von Siegtorschütze Zvjezdan Misimovic noch in den 2:1-Erfolg. „Zwetschge“ soll als Spielmacher mittelfristig Marcelinhos Weggang kompensieren.

„Man hat gemerkt, dass Marcelinho als Anspielstation fehlt. Aber das wird sich finden“, sagte Magath. Das Team von Christoph Daum zahlte noch Lehrgeld. „In der 1. Liga geht alles viel schneller. Daran müssen sich meine Spieler noch gewöhnen“, befand Daum.

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