Säurealarm im Warnowpark

<strong>Mit schwerem Atemgerät</strong> beseitigen die Feuerwehrleute mithilfe von Kalk die ausgelaufene Schwefelsäure.<foto>Torben Hinz</foto>
Mit schwerem Atemgerät beseitigen die Feuerwehrleute mithilfe von Kalk die ausgelaufene Schwefelsäure.Torben Hinz

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12. Juli 2010, 08:17 Uhr

Lütten Klein | Großeinsatz der Feuerwehr gestern gegen 16.15 Uhr im Warnowpark in Lütten Klein: im Lager einer dort ansässigen Apotheke war ein Behälter mit etwa einem Liter Schwefelsäure zerbrochen. Die hochgiftige Flüssigkeit verteilte sich im Raum, da das Gefahrgutregal, auf dem sie stand, aus bisher ungeklärter Ursache zusamengebrochen war. Die drei Angestellten alarmierten sofort die Feuerwehr, die mit insgesamt 30 Einsatzkräften und zwölf Fahrzeugen anrückte, darunter auch dem AB-Umweltschutz.

"Glücklicherweise wurde niemand verletzt", sagt Monika Klaus, Sprecherin der Rostocker Feuerwehr. Das Lager sei ordnungsgemäß vom Verkaufsbereich getrennt in einem verschließbaren Raum untergebracht gewesen. "Die Mitarbeiter haben nur kurz reingeguckt, um festzustellen, was passiert ist und haben uns dann sofort Bescheid gegeben", sagt Klaus. Sie wurden umgehend von Sanitätern untersucht, ohne dass diese bei ihnen irgendwelche Schäden feststellen konnten. Auch andere Passanten waren nicht gefährdet. Dennoch sperrten die Einsatzkräfte die Apotheke und den Bereich auf dem Bürgersteig weiträumig ab, bevor sie einen Trupp mit schwerem Atemschutz ausrüsteten, der die Schwefelsäure mit Kalk neutralisierte und anschließend in mehreren sicheren Behältern unterbrachte.

"Das war höchste körperliche Anstrengung", sagt Klaus. Unter den Schutzanzügen hätten die Männer bei den heißen Temperaturen eine Menge Flüssigkeit verloren, die sie aber dank des Einsatzes ihrer Kollegen von der Tierrettung noch vor Ort wieder auftankten - die brachten ihnen Getränke vorbei.

Die Behälter werden nun von einem Fachunternehmen entsorgt. Bevor die Apotheke wieder freigegeben wird, muss außerdem der Boden des Lagers gereinigt werden. Heute soll das Geschäft wieder öffnen. "Spezielle Vorschriften gibt es für die Lagerung von Schwefelsäure nicht", sagt Klaus. Normalerweise seien die üblichen Glasbehälter sicher, solange sie nicht gerade vom Regal fielen. Fest stehe, dass es sich um einen Unfall und nicht um einen Anschlag handelte.

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