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Radiospot soll Interesse für Kurse an Volkshochschule wecken : Rundfunkwerbung soll Alphabetisierung fördern

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Um dem Problem des Analphabetismus entgegenzuwirken und die Alphabetisierung in MV voranzutreiben, planen die Volkshochschulen im Land jetzt eine Zusammenarbeit mit dem Hit-Radio Ostseewelle.

svz.de von
erstellt am 26.Apr.2011 | 08:35 Uhr

Lübz | Die neueste Studie zum Thema Analphabetismus in Deutschland - die Level-One-Studie von Prof. Dr. Anke Grotlüschen - besagt, dass rund 7,5 Millionen Menschen in Deutschland Funktionale Analphabeten sind. Das sind Menschen, die lediglich rudimentär lesen und schreiben können, als bisher geschätzt wurde. Um diesem Problem entgegenzuwirken und die Alphabetisierung in MV voranzutreiben, planen die Volkshochschulen (VHS) im Land jetzt eine Zusammenarbeit mit dem Hit-Radio Ostseewelle: "Wir wollen einen Clip ausstrahlen, der die Analphabeten in der Region auf unsere Kurse aufmerksam macht", erläutert die Leiterin der Lübzer VHS, Kathleen Werner.

"Die Ergebnisse der Studie präsentieren eine erschreckend hohe Zahl an Analphabeten. Alte Studien besagen, dass allein im Landkreis Parchim 5227 Analphabeten leben - davon in Lübz etwa 320", sagt Werner. Doch die neuen Zahlen ließen vermuten, dass es weit mehr Menschen in der Region gebe, die mit dem Lesen und Schreiben im Alltag Probleme hätten, so Werner. Sie selbst gibt in Lübz Alphabetisierungskurse und weiß über die Problematik gut Bescheid. Immer dienstags unterrichtet Kathleen Werner von 16 bis 17.30 Uhr kostenlos in der Lübzer VHS Erwachsene im Lesen und Schreiben. "Ich möchte in meinen Kursen die Kompetenzen vermitteln, das die Teilnehmer den Alltag gut meistern können."

Ein großes Problem sei, dass nur wenige den Mut aufbrächten, die Alphabetisierungskurse zu besuchen, so Werner. Viele leiden unter Versagensängsten oder haben die Vorstellung, der Unterricht sei wie in der Schule. "Das ist nicht der Fall. Es ist total locker und es wird viel gelacht", verspricht Werner.

Ihr Unterricht ist auf Erwachsene ausgerichtet und geht individuell auf die jeweiligen Fähigkeiten und Wünsche der Teilnehmer ein, so die VHS-Chefin. "Deshalb geht dem ersten Kurs immer ein Einzelgespräch voran. Damit ich einschätzen kann, was für Fähigkeiten der neue Teilnehmer mitbringt und wir den Kurs auf ihn anpassen können." Wer Interesse hat, an einem Alphabetisierungskurs bei Kathleen Werner Teilzunehmen, der könne sich - ohne Umwege über Dritte - direkt bei ihr in der VHS unter der Nummer: 0387 31/ 222 72 melden, sagt sie.

Überhaupt sei die Anonymität der Teilnehmer weitestgehend gewahrt, verspricht Kathleen Werner. Die Tür ist während des Kurses zu, man ist unter sich. Diese Maßnahmen ergreift die VHS-Chefin, denn sie weiß, dass es eine Menge Mut erfordert, sich dem Problem Analphabetismus zu stellen. "Oftmals hindert die Sorge, als dumm abgestempelt zu werden, die Menschen, Hilfe in Anspruch zu nehmen." Doch mit Vorurteilen räumt Werner gründlich auf: "Dumm sind diese Menschen nicht. Außerdem denken die Leute oft, der typische Analphabet sei arbeitslos. Auch das stimmt nicht. Laut der Studie sind 56, 9 Prozent erwerbstätig. Und stehen voll im Leben."

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