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Rückkehr von Paul Friedrich in Sicht

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Altstadt | Die Sanierung des Alten Gartens hat mit der Instandsetzung der historischen Museumstreppe und dem Rückbau der 1935 von den Nazis dort vorgenommenen Veränderungen begonnen. Die denkmalpflegerische Zielsetzung: Der Alte Garten soll sein historisches Aussehen, das er 1872 nach den Plänen von Hofbaurat Hermann Willebrand bekommen hat, zurückerhalten. Dabei werden die stark geschädigten Gewölbe unter den Rampen am Museum saniert und das Denkmal des einst bei den Schwerinern sehr beliebten Großherzogs Paul Friedrich an seinen ursprünglichen Platz an der Museumstreppe zurückversetzt.

Für Bauminister Volker Schlotmann haben die nun begonnenen Arbeiten auch eine politische Relevanz: "Nach 65 Jahren ist es höchste Zeit, die Eingriffe der Nationalsozialisten in den Alten Garten rückgängig zu machen", betonte der Minister gestern beim Rundgang über die Baustelle. Die Nazis hatten den Platz zu einem Aufmarsch-Areal umgestaltet und das Denkmal des Großherzogs auf die Schlossinsel versetzt, um Raum für eine Rednertribüne der NS-Gauleitung zu schaffen. "Dies soll nun endlich rückgängig gemacht werden", betonte Schlotmann.

Großherzog Paul Friedrich hatte die Entwicklung der Stadt Schwerin maßgeblich geprägt, die Residenz 1837 von Ludwigslust zurück nach Schwerin verlegt und den Alten Garten, der damals als Reitbahn genutzt wurde, zum Residenzplatz ausbauen lassen. Das dankten ihm die Schweriner und ließen nach seinem Tod vom Berliner Bildhauer Christian Daniel Rauch ein Denkmal des Großherzogs schaffen, das ausschließlich durch Spenden finanziert und 1849 an seinem Lieblingsplatz, dem Alten Garten, aufgestellt wurde. 1935 war es von den Nazis umgesetzt worden.

Mit der Rückkehr des 3,50 Meter hohen Bronze-Standbildes werden nicht nur alte räumliche Achsbezüge, sondern auch die ursprüngliche Verbundenheit zwischen Schwerin und Großherzog wieder hergestellt. Die Rampen und die dazugehörige Brüstungsanlage werden saniert und restauriert, das Gewölbe unter der Umfahrt wird statisch ertüchtigt, die unteren Treppenstufen zurückgebaut. Wie historisch belegt, findet die Treppenanlage ihren Abschluss durch eine ovale Fläche für das Denkmal. Die ursprünglich gärtnerische Ausgestaltung wird durch eine entsprechend strukturierte Pflasterung ersetzt. Denkmalpfleger empfehlen, den oberen Eingang des Museums wieder als Haupteingang zu nutzen. Bis 2011 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Rund eine Million Euro werden investiert.

In einem zweiten Bauabschnitt sollen störende Asphaltflächen entfernt werden, ebenso die gärtnerischen Pflanzungen aus den 70er-Jahren. Der Platz wird dann ein Drainagesystem erhalten und neue Leuchten bekommen. Die Beschilderungs- und Informationssysteme sollten vereinfacht und so unauffällig wie möglich sein.

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erstellt am 15.Sep.2010 | 07:31 Uhr

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