Rübenbauern wollen Demontage stoppen

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31. März 2008, 03:03 Uhr

Die Norddeutsche Rüben AG gibt den Kampf um den Erhalt der Güstrower Zuckerfabrik nicht auf und geht jetzt zum Frontalangriff gegen die Nordzucker AG über: per Gerichtsbeschluss soll die bereits laufende Demontage des Werkes gestoppt werden. „Wir haben nichts unversucht gelassen, um mit Nordzucker ins Gespräch zu kommen, stießen jedoch immer auf taube Ohren. Jetzt bereiten wir gerichtliche Schritte vor“, so Lutz Golz, Vorstand der Norddeutschen Rüben AG, gegenüber SVZ.

Vor vier Wochen waren die Gespräche zwischen der Rüben AG und Nordzucker über eine Nachnutzung des Güstrower Werkes ergebnislos abgebrochen worden. Sie seien nicht „zielführend“ gewesen, so Nordzucker. „Nordzucker befürchtet durch eine Nachnutzung die 100 Prozent Restrukturierungsbeihilfe zu gefährden“, erklärt Golz. Die Rüben AG beruft sich jedoch auf Kontakte zur EU-Kommission und sagt, dass eine Nachnutzung die Beihilfe nicht gefährden, sondern lediglich auf 75 Prozent reduzieren würde. „Die Differenz bezahlen wir als Kaufpreis“, sagt Golz. Dabei soll es sich um 25 Millionen Euro handeln.

Unterdessen geht die Demontage der Güstrower Zuckerfabrik weiter. Der Extraktionsturm, den die Rüben AG für die geplante Dicksaft-Produktion benötigt, ist bereits komplett demontiert. Zudem wird gerade der Abbau der Dampfturbine vorbereitet. „Wir sehen keine Möglichkeit für eine Nachnutzung“, sagt Nordzucker-Werksleiter Udo Harten. „Kommendes Jahr werden wir die komplette Anlage demontieren.“

Die Norddeutsche Rüben AG hatte sich nach Bekanntwerden der Schließung der Güstrower Zuckerfabrik vergangenes Jahr gegründet. Sie vereint Rübenanbauer aus ganz M-V, um das einzige Zuckerwerk im Nordosten zu erhalten.

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