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18. August 2017 | 20:26 Uhr

Rote Karte für Schwarzcamper

vom

Boltenhagen/Steinbeck | Die Polizei im Nordwestkreis spürt mit den Mitarbeitern des Ordnungsamtes Klützer Winkel und Schönberger Land derzeit Schwarzcamper auf. Schwerpunkt der Kontrollen sind die Ostseestrände zwischen Boltenhagen und der Landesgrenze.

"Uns liegen Informationen vor, dass im Bereich Steinbeck illegal gezeltet wird. Dabei soll es sich um eine Gruppe von Russen handeln", sagt Polizeiobermeister Peter Reda. Kein Einzelfall: Denn an der Wohlenberger Wiek haben Reda und Kollegen erst vor neun Tagen eine Gruppe von Russen "des Platzes verwiesen." Sie hatten illegal gezeltet und Feuer gemacht.

Auch westlich von Boltenhagen soll das immer häufiger vorkommen. Deshalb hat Amtsmitarbeiter Dittmar Krziminski Hilfe vom Bäderdienst der Polizei angefordert. "Man weiß ja nie, mit welchen Personen man es zu tun hat", sagt Krziminski.

Schon von weitem sehen die das erste Zelt. "Hallo", ruft Krziminski. Niemand antwortet. "Hallo, hier ist die Polizei", sagt jetzt Ralf Grundmann. Doch im Zelt bleibt es ruhig. Er klopft mit der Hand gegen das Zelt: "Hallo, hier ist die Polizei". Wieder nichts. Dann öffnet er den Reißverschluss. Niemand ist zu sehen. Sein Kollege Peter Reda geht hinter das Zelt, sieht leere Flaschen dort liegen und eine Handsäge. "Die haben sich da offenbar schon ein Feuer gemacht." Das sei verboten, so die Ordnungshüter. Jetzt öffnet er von der anderen Seite das Zelt, ruft mit energischer Stimme. "Hallo." Doch wieder keine Reaktion. Im Zelt liegen eine Puppe und jede Menge Klamotten. Menschen Fehlanzeige. "Die machen bestimmt einen Tagesausflug", vermutet Dittmar Krziminski. Er muss am Nachmittag nochmal vorbei schauen.

Vier Stunden später steht der Dassower erneut vor dem Zelt. Camper sind nicht zu sehen. Doch Krziminski lässt nicht locker, nimmt sich vor, ein weiteres Mal hinzufahren, um sie zu verwarnen. Billig würde das nicht werden. "Mindestens 50 Euro kostet das", sagt er. Für das Feuer am Strand kämen weitere hundert Euro dazu. Krziminskis Fazit des bisherigen Sommers: An den Stränden im Klützer Winkel haben immer mehr Camper ihre Zelte nicht auf den Campingplätzen, sondern am Strand oder entlang des Ostseeradwanderweges aufgeschlagen. Damit das nicht so bleibt, wird der Ranger auch weiterhin dort Streife laufen, wo andere ihren Urlaub verbringen.

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erstellt am 02.Aug.2010 | 07:16 Uhr

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