Rote Karte für genveränderte Pflanzen

ArminLüth
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"Ich bin der Meinung, wir brauchen keine genveränderten Pflanzen", sagt Armin Lüth, stellvertretender Vorsitzender des Bauernverbandes Bützow. Der Vorstand will jetzt eine Selbstverpflichtung der Mitglieder, dass sie auf den Einsatz genveränderter Samen freiwillig verzichten.

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15. April 2009, 06:34 Uhr

Bützow | "Es ist eine politisch, taktische Entscheidung", sagt Armin Lüth angesprochen auf das Verbot von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner, den Genmais MON 810 in Deutschland anzubauen.

Nicht erst mit dieser Entscheidung rückt das Thema genveränderte Pflanzen in den Blickpunkt des Bützower Bauernverbandes. Bereits vor knapp zwei Jahren gab es eine erste Informationsveranstaltung in der Pfarrscheune Zernin des Landesamtes für Umwelt, Natur und Geologie. Der Verein Bützower Land regte im Juni 2007 an, die Region Bützow zu einer gentechikfreien Zone zu machen. Der Bauernverband Bützow setzte die Diskussion in den Monaten danach fort. Eine solche Zone ist zwar bis heute nicht eingerichtet. Doch sie könnte jetzt kommen.

"Wir haben gerade erst dieser Tage im Vorstand beraten. Wir wollen eine Verpflichtungserklärung erarbeiten, mit der Landwirte in unserer Region auf den Einsatz solcher Pflanzen freiwillige verzichten", erklärt der Bandower. Darüber sei man sich im Vorstand einig. Noch im April soll das Papier an die Mitglieder gehen.

Dr. Burkhard Roloff, Landwirtschaftsexperte beim Landesverband des BUND MV, ist von diesem klaren Bekenntnis des Vorstandes des Bützower Bauernverbandes begeistert. "Es ist das richtige Signal. Eine solche Verpflichtungserklärung kennen wird sonst nur von Bauernverbänden in Bayern", sagt Roloff. Landesweit gebe es mittlerweile zwölf gentechnikfreie Regionen mit rund 114 000 Hektar. Das entspräche etwa zehn Prozent der gesamten Fläche des Landes. Weitere Flächen kämen demnächst hinzu. "Und auch Greisfswald hat sich zu einer genfreien Stadt erklärt", sagt Burkhard Roloff.

Armin Lüth ist bewusst, dass das Thema nach wie vor sehr kontrovers diskutiert wird. Dennoch ist er der Meinung, "dass man beim Ausnutzen des vorhandenen Potenzials" noch nicht am Ende sei. "Wir haben gutes Saatgut", sagt der Landwirt. Ob diese Aussage auch in Zukunft aus betriebswirtschaftlicher Sicht Bestand hat, ist eine der entscheidenden Fragen. Er verweist auf die große Bioenergie-Anlage von Güstrow, die viel Mais benötigt. Dennoch: "Die Verbraucher wollen keine Lebensmittel aus genveränderten Pflanzen", sagt Lüth. Ob dieses Bekenntnis, der BUND spricht von 70 Prozent der Bevölkerung, auch dann noch steht, wenn Lebensmittel teurer werden? Eine Antwort fällt schwer.

Der Vorstand des Bauernverbandess Bützow will zunächst für die nächsten zwei Jahre, das die Region gentechnikfrei bleibt.

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