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22. November 2017 | 00:09 Uhr

Rostocks Lindenpark von Pilz bedroht

vom

svz.de von
erstellt am 13.Jun.2010 | 06:52 Uhr

Kröpeliner-Tor-Vorstadt | Mehr als hundert Experten haben Ende vergangener Woche die Nordischen Baumtage in Warnemünde besucht. Unter anderem unternahmen sie auch eine Exkursion in den Rostocker Lindenpark, der als ehemaliger Friedhof das Amt für Stadtgrün vor besondere Herausforderungen stellt. Hiesige Fachleute wie der Grünamtsleiter Dr. Stefan Neubauer informierten die Teilnehmer über die Schwierigkeit, die Sicherheit der Passanten zu gewährleisten, ohne die denkmalgerechte Erhaltung des Parks zu vernachlässigen. Unter anderem machen die Namensgeber der Grünanlage, die rund 200 Jahre alten Linden, dabei Probleme.

"Bei ihnen haben wir schon die Kronen eingekürzt, um die Last zu nehmen", sagt Stefan Patzer, der im Amt für Stadtgrün die Planung übernimmt. Gegen einen gefährlichen Schädling, den Brandkrustenpilz, hilft das allerdings nur übergangsweise. "Die radikalste Lösung ist da die Fällung", sagt Patzer. Denn gegen den Pilz, der den Stammansatz der Linden befällt, gibt es kein bekanntes Gegenmittel. Daher sei die regelmäßige Kontrolle der Bäume wichtig - auch um die Stadt im Schadensfall gegen Klagen abzusichern.

Aktuell erarbeitet das Amt für Stadtgrün eine denkmalpflegerische Zielstellung, die im August fertig sein soll. Darin wird auch der Umgang mit den Alleen und den Grabsteinen im Park geregelt. Letztere stehen noch immer abseits der Wege, wo sie wahrscheinlich auch verbleiben sollen. Die Alternative wäre eine Verlegung in die Nähe der Wege. Ihr Erhalt steht aber außer Frage.

Abgeschafft werden sollen hingegen die bisher existierenden Wildwuchsflächen. "Eine Untersuchung hat ergeben, dass die Artenvielfalt nach der Umgestaltung anderer Abschnitte sogar größer geworden ist", sagt Neubauer. Größere Tiere seien in dem Park allerdings nicht zu Hause. Die vielbefahrenen Verkehrswege ringsum verhinderten dies. Generell sei die Akzeptanz der Pflegemaßnahmen in der Bevölkerung gestiegen. Auch dank der Arbeit des Verschönerungsvereins, auf dessen Einsatz das Grünamt schon fast angewiesen ist. Denn im Jahresschnitt ist laut Neubauer nur eine dreiviertel Stelle des Grünamts mit den Pflegearbeiten beschäftigt: "Hier herrscht Notstand."

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