Rostocker Triathlon das reine Volksfest

Der spätere Einzel-Sieger Michael Raelert stieg als Dritter aus dem Alten Strom. Nur die Staffelschwimmer Vincent Kirsten und Britta Kamrau  waren  schneller. Scharnweber
Der spätere Einzel-Sieger Michael Raelert stieg als Dritter aus dem Alten Strom. Nur die Staffelschwimmer Vincent Kirsten und Britta Kamrau waren schneller. Scharnweber

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22. August 2010, 09:55 Uhr

Rostock | Die Welle der Begeisterung schwappte beim 28. Rostocker Triathlon in Warnemünde förmlich über. Anfeuerungsrufe von Land oder den Schiffen beim Schwimmen auf der 1,1 km langen Strecke im Alten Strom, Staunen über die Geschwindigkeit auf dem 40-km-Radkurs und aufmunternder Beifall auf der 10 km langen Laufstrecke - ob Aktiver oder Zuschauer: Das von Katrin Steinhagen sehr gut organisierte Ereignis war das reine Volksfest!

Das sah auch Halbironman-Welt- und -Europameister Michael Raelert so: "Eine begeisternde Atmosphäre, richtig familiäre Angelegenheit. Die vielen Leute haben mich so richtig nach vorn getrieben. Der Triathlon in Warnemünde ist für mich, wenn es terminlich passt, ein Muss. Da bin ich gern dabei."

Eine Woche vor seinem 30. Geburtstag absolvierte er den Wettkampf trotz der Strapazen von Wiesbaden, wo er sich sechs Tage vorher beim "70.3" über 113 Kilometer mit dem EM-Titel schmückte, nicht einfach nur locker, sondern holte mal wieder alles aus seinem Körper heraus. Das Publikum war stark beeindruckt, als "Michi" rund um den Alten Strom ein höllisches Lauftempo an den Tag legte. Spitzbübisch lächelte er: "Ich habe ja noch einen Termin, muss Richtung Bielefeld zur Hochzeit des Bruders meiner Freundin."

Im Ziel blieb der Hansestädter natürlich lange Zeit allein. 1:42:43 Stunden hatte er für die Strecke gebraucht. Erstfast elf Minuten später kam mit Chris-tian Nitschke (1:53:40) der Zweite ins Ziel. Der Sieger des OstseeMan (ein Ironman in Glücksburg) sagte: "Ich bin ja kein richtiger Amateur. Der Vereinsmeister des TC FIKO kommt noch. Ich tippe auf Thomas."

Gemeint war Trainer Thomas Winkelmann, zugleich Aktiver. In der Tat machte er, der im September bei der Altersklassen-WM in Budapest an den Start gehen wird, mit 1:55:03 h den Hattrick des Rostocker Triathlon-Vereins im "Heimspiel" perfekt. "Ich bin ganz schön geschlaucht. Auf der windigen Radstrecke habe ich wohl überzogen", kommentierte er.

Plätze und Zeiten waren am Sonnabend die schönste Nebensache der Welt. Das Mitmachen und "Finishen", den Part über die 1,1 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen auch mit dem Zieleinlauf zu beenden, standen im Mittelpunkt. Da wurden durch die Anfeuerungsrufe echt Kräfte freigesetzt, das Letzte herausgeholt.

Lob für die Veranstaltung in Warnemünde gab es von allen Seiten. Das von "Chefin" Katrin Steinhagen angestrebte Rundum-Sorglospaket für die 211 Einzelstarter wurde in die Tat umgesetzt. Sie selbst meinte: "Das ging aber nur durch die tatkräftige Unterstützung der Helfer, der Sponsoren. Dank gilt auch der Stadt und der Warnemünder Kurverwaltung."

Eine gute Idee war die Aufnahme von Staffeln in das Programm. Da wurde echter Teamgeist an den Tag gelegt. Marcel Fischer, der das Schwimmen und Laufen absolvierte, und Marcel Seidel siegten ähnlich souverän wie Mi-chael Raelert als Mannschaft "Little John Bikes" in 1:54:23 h vor dem Team Toyota Plath (2:05:09). Beste Dame war Julia Hübner (Hamburg) in 2:04:10 h.

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