Rostocker Schüler in Klasse gefangen

Zwei Betrunkene haben sechs Rostocker Schüler gestern in Angst und Schrecken versetzt. Sie sperrten die Neuntklässler in ihrem Klassenraum ein, warfen einen von ihnen zu Boden und bedrohten ihn. Wie die Polizei mitteilte, randalierten die 20 und 24 Jahre alten Täter eine Dreiviertelstunde lang in der Förderschule im Stadtteil Reutershagen.

svz.de von
13. Dezember 2008, 06:33 Uhr

Rostock - Zwei Männer haben gestern morgen die 9. Klasse an der Förderschule Rostock-Reutershagen überfallen. Sie hielten die sechs Schüler im Alter zwischen 14 und 16 Jahren mehr als 45 Minuten fest und drangsalierten sie. „Über die gesamte erste Schulstunde randalierten die Männer im Klassenraum“, sagt die Rostocker Polizeisprecherin Yvonne Burand. Der Rostocker Polizei gelang es, die stark angetrunkenen 20 und 24-Jährigen nach einer Flucht mit der Straßenbahn festzunehmen.

Begonnen hatten die Stunden voller Angst und Schrecken für die Schüler am frühen Morgen. Die beiden Männer sprachen einen 15-jährigen Jungen auf dem Schulweg an und bedrohten ihn. Er musste ihnen seine Schule in der Kuphalstraße zeigen und sie ihn seinen Klassenraum führen „Dort angekommen, versperrten die erheblich unter Alkoholeinfluss stehenden Täter die Tür von innen mit einem Schrank“, berichtete die Polizeisprecherin.

Sie warfen einen der Jugendlichen zu Boden und schüchterten ihn mit gewalttätigen Gesten ein. Außerdem beschädigten die Männer Mobiliar und beschmierten die Wände im Klassenzimmer mit Farbe. Als um 8.45 Uhr die Pausenglocke klingelte, räumten sie den Schrank wieder von der Tür weg und flüchteten aus dem Förderzentrum. Die Schulleitung rief nach diesen Vorfällen die Polizei, die sofort mit einer intensiven Fahndung begann.

Straßenbahnfahrerin gibt entscheidenden Tipp

Den entscheidenden Tipp gab schließlich eine Fahrerin der Rostocker Straßenbahn AG. Sie identifizierte zwei Fahrgäste in ihrer Bahn als die gesuchten Männer und informierte die Leitstelle. Als die Männer um 10.10 Uhr an der Haltestelle „Mecklenburger-Allee“ in Rostock-Lichtenhagen ausstiegen, klickten die Handschellen.
Die Atemalkoholtests ergaben laut Polizei Werte von 1,71 und 2,45 Promille. „Die Hintergründe und Motive der Tat sind noch unklar“, sagt Polizeisprecherin Burand. Die Rostocker Staatsanwaltschaft will heute darüber entscheiden, ob sie für die beiden 20- und 24-Jährigen Haftbefehle beantragt.

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