Rostocker Lungenarzt: Karlsruher Raucherurteil ist „Katastrophe“

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31. Juli 2008, 09:39 Uhr

Rostock - Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Rauchverbot in Einraumkneipen ist nach Ansicht des Rostocker Lungenarztes Johann Christian Virchow eine „Katastrophe“. Wie der Medizinprofessor an der Universitätsklinik am Mittwoch in Rostock sagte, sterben pro Jahr in Deutschland rund 130 000 Menschen an den Folgen des Rauchens, hinzukommen bis zu 4000 Opfer des Passivrauchens.

„Nichtraucher haben ein Recht auf einen rauchfreien Freizeit- und Arbeitsplatz.“ In anderen Ländern sei das Rauchverbot akzeptiert, nur in Deutschland werde weiter diskutiert.

Laut Virchow sei besonders in Diskotheken das Rauchverbot überfällig, da dort Jugendliche nicht nur dem Rauch, sondern auch dem Gruppenzwang zum Rauchen ausgesetzt seien. Die meisten Raucher fingen im Alter von 10 bis 25 Jahren mit dem Rauchen an.

Das Karlsruher Gericht hatte die Rauchverbote in Berlin und Baden-Württemberg für verfassungswidrig erklärt. In kleinen Kneipen darf dort wieder geraucht werden. Bis zu einer Neuregelung sind vom Verbot Trinkkneipen mit weniger als 75 Quadratmetern und nur einem Raum ausgenommen, zu denen Jugendliche keinen Zutritt haben.

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