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23. August 2017 | 08:24 Uhr

Rostock trotzt dem Klimawandel

vom

rostock | Flutkatastrophen, Hitzewellen, Tornados, absinkender Meeresspiegel - die globale Erwärmung ist in aller Munde. Auch in der Hansestadt: Um sich lokal an den Klimawandel anzupassen, hat Rostock erstmals ein Gutachten in Auftrag gegeben. Bei den so genannten "Planungsgrundlagen zum Lokalklima als Beitrag zur Anpassungsstrategie an den Klimawandel" soll der Wind im Mittelpunkt stehen.

Hans-Joachim Meier, Leiter des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (StALU), hat gestern dem Senator für Bau und Umwelt der Hansestadt Rostock, Holger Matthäus (Grüne), einen Zuwendungsbescheid für die Umsetzung der aufwendigen Analyse übergeben. "Wir sitzen schließlich alle in einem Boot", so Meier. Mit der Förderung des Landes von knapp 19 000 Euro werde ein sinnvolles Projekt unterstützt. Im Mai 2011 sollen die Ergebnisse des Gutachtens vorliegen, das in Zusammenarbeit mit der Universität Rostock erarbeitet wird. "Wir werten Messdaten des Deutschen Wetterdienstes aus. Damit soll eine Computersimulation mit einem so genannten prognostischen Windfeldmodell erfolgen", erklärt Sven Schmeil vom Amt für Umweltschutz. Davon versprechen sich die Experten Informationen zum Windverhalten. "Wir müssen sicherstellen, dass das städtische Windfeld ungehindert bleibt", sagt Schmeil. Das heißt für die Stadt: bestimmte Bereiche dürfen nicht oder nur begrenzt bebaut werden. Die lokalen Windsysteme wie der Land-See-Wind und Flurwinde seien für die Belüftung der Stadt enorm wichtig. Bei sommerlichen Hochdruckwetterlagen führen sie nicht nur die überwärmte Luft aus der Innenstadt ab, sondern auch verkehrsbedingte Schadstoffe. Deswegen sollen in dem Gutachten Frischluftschneisen kartiert werden, die das Eindringen von regionalen Winden fördern. "Dafür benötigen wir aber genaue Erkenntnisse, die wir aus dem Gutachten ziehen wollen", sagt Schmeil.

Doch nicht nur der Wind wird genau unter die Lupe genommen: Eine computergestützte Auswertung von Satellitenbildern soll Wärmeinseln innerhalb des Stadtgebietes identifizieren. Planerische Lösungen könnten Bepflanzungen oder kleine Wasserrinnsale sein, wie Schmeil erläutert. Wie sich das konkret auf die Stadtplanung auswirkt, soll die Untersuchung zeigen.

Der Weltklimarat rechnet für MV mit einem Temperaturanstieg um zwei bis drei Grad Celsius bis zum Jahr 2100. In Städten liegt aufgrund der hohen Bebauungsdichte die durchschnittliche Luftwärme deutlich über der des Umlands.

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erstellt am 15.Sep.2010 | 08:03 Uhr

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