Rostock trauert um seine Bibi

ZoodirektorUdo Nagel trauert.
ZoodirektorUdo Nagel trauert.

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23. April 2009, 09:47 Uhr

Rostock | Die Rostocker Elefantendame Bibi ist tot. Von einer Herz-Kreislauf-Attacke hatte sich die graue Lady nicht mehr erholt. Die Zoodirektoren Udo Nagel in Rostock und Dag Encke in Nürnberg haben gestern kurz vor 15 Uhr ihr beklommenes Okay zum Einschläfern gegeben.

Noch am Vorabend verabschiedet Bibi ihren Pfleger Jörg Küchenmeister gegen 22 Uhr wie gewohnt. Doch als der Elefanten-Papa am nächsten Morgen mit seinen beiden Hunden am Dickhäuter-Laufstall vorbeikommt, liegt die 42-Jährige auf der Seite und stemmt sich nicht mehr zur Begrüßung hoch. "Elefanten in ihrem Alter schlafen fast ausschließlich im Stehen", erklärt Zoodirektor Udo Nagel, der gegen 7 Uhr am Telefon von dem Unglück erfährt. Zu dem Zeitpunkt schwebt Bibi schon in Lebensgefahr. Drei Tonnen Eigengewicht schnüren die inneren Organe der Elefantenkuh ab. Eine Folge des Herz-Kreislauf-Kollapses, wie sich später he rausstellen wird. Länger als eine halbe Stunde auf einer Seite liegen ist für sie gefährlich.

Die Rettungsversuche beginnen gegen 8 Uhr. Gutes Zureden verweigert die betagte Dame, kraftlos liegt ihr Rüssel am Boden. Calcium und Traubenzucker regen zwar ihren Stoffwechsel an, aber Bibis Kraft schwindet. Ein schwerer Lastkran soll die Todkranke wieder auf ihre eigenen Beine stellen. Ein Feuerwehrtrupp übernimmt die körperliche Arbeit. Doch die Rettungsaktion mit Luftkissen und Gurten scheitert. Reglos liegt der Elefantenkörper im Gehege, nur die Rüsselspitze zittert schwach. Zoo-Chef Nagel ruft in Nürnberg, Bibis Heimatzoo, an. Die Gesprächspartner entscheiden sich, die alte Dame von ihrem Leid zu erlösen.

Im Nachbargehege läuft die 47 Jahre alte WG-Genossin Sara auf und ab. Pfleger müssen sich jetzt nicht nur um die Sterbende kümmern, sondern auch die Lady mit Knäckebrot beruhigen. Die seit 1964 in Rostock lebende Ältere ist jetzt allein. Es ist nicht der einzige große Verlust für die zweitälteste Zoobewohnerin. Im September 2004 hat sie Elefantendame Kira, die seit 1972 hier gelebt hatte, sterben sehen.

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