Rostock soll internationales Kompetenzzentrum für Blutwäsche werden

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12. März 2008, 12:39 Uhr

Rostock - Rostock soll zu einem internationalen Kompetenzzentrum auf dem Gebiet der medizinischen Blutwäsche werden. Mehrere in der Hansestadt ansässige Firmen und Forschergruppen, die sich mit dem Thema befassen, schlossen sich am Mittwoch zum Zentrum für Organunterstützung außerhalb des Körpers CEOS (englisch: Center for extracorporeal organ support) zusammen. Ziel der am Biomedizinischen Forschungszentrum beheimateten Initiative sei unter anderem die Stärkung des Standorts Rostock im weltweiten Innovationswettbewerb, sagte einer der beiden Leiter des Zentrums, der Mediziner Steffen Mitzner. „Wir wollen ein Schwergewicht werden, so dass keiner mehr in Deutschland und international an uns vorbeikommt.“

Blutwäsche oder Dialyse wird nötig, wenn lebenswichtige Organe wie Nieren und Leber, die im Körper für die Reinigung des Blutes zuständig sind, geschädigt werden. Das Blut wird dann über Schläuche aus dem Körper herausgeleitet und mit Hilfe von Geräten von Giftstoffen befreit. Rostock habe auf diesem Gebiet eine lange Tradition, sagte der andere Leiter des CEOS, Jan Stange. Zu DDR- Zeiten wurde in der Hansestadt die erste Nierendialyse in Osteuropa vorgenommen. Auch die sogenannte künstliche Leber, das System MARS, wurde in Rostock entwickelt. Heute nehme die Stadt eine weltweit führende Position ein.

Die Gründung von CEOS soll laut Stange weiteres Wachstum und Innovationen auf diesem Gebiet fördern, auch um den in Rostock arbeitenden Professoren und Studenten eine Perspektive zu bieten. Die beteiligten Firmen sollen auch von den Synergieeffekten profitieren, etwa durch ein gemeinsames Marketing und gegenseitigen Wissenstransfer. Zudem solle ihnen ermöglicht werden, klinische Studien zu unternehmen, die für die meist kleinen Firmen alleine zu teuer wären. Auch das Einwerben von Fördermitteln sei im Verbund erfolgsversprechender.

Dem CEOS gehört unter anderem die Firma Albutec an, die Flüssigkeiten entwickelt, mit denen die Leber bei der Dialyse für die Patienten schonender als bisher gespült wird. Die Firma Artcline entwickelt Verfahren zur Diagnose und Therapie von Blutvergiftungen infolge bakterieller Infektionen. Das CEOS arbeitet zudem mit der Firma Gambro zusammen, die heute das von der Firma Teraklin entwickelte MARS-System vertreibt. Damit wurden nach Angaben von Gambro-Vizepräsident Regis Leonard wurden damit weltweit bereits 30 000 Patienten behandelt. Dies seien allerdings weniger als fünf Prozent der Kranken, für die das System in Frage komme.

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