Rostock öffnet das Tor in die Welt

Orientierung in der Hansestadt: Ahlam Hibatulla (l.) und Alberto Munoz (r.) bekommen Hilfestellung von Elena Popova und Dr. Uta Buttkewitz vom Welcome Center der Uni Rostock. Matthias Bannert
Orientierung in der Hansestadt: Ahlam Hibatulla (l.) und Alberto Munoz (r.) bekommen Hilfestellung von Elena Popova und Dr. Uta Buttkewitz vom Welcome Center der Uni Rostock. Matthias Bannert

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15. April 2010, 08:06 Uhr

Rostock | An der Universität Rostock gibt es ein Novum: Das Welcome Center soll es ausländischen Wissenschaftlern leichter machen, in die Hansestadt zu kommen. Hilfestellung bekommen Gastprofessoren und Doktoranden nun von Dr. Uta Buttkewitz und Elena Popova, die die neue Anlaufstelle betreuen.

"Bislang fehlte eine zentrale Anlaufstelle für ausländische Wissenschaftler", sagt Leiterin Buttkewitz. "Außerdem wollen wir auch eine Bindung zwischen Doktoranden, Wissenschaftlern und regionalen Unternehmen schaffen." So sollen die Gäste aus aller Herren Länder besser in die lokale Forschungslandschaft integriert werden.

Für Neuankömmlinge gibt es vom Welcome Center ein kleines Begrüßungspaket mit Stadtplan und Checklisten. Die beiden Damen helfen vor allem beim Durchblick im deutschen Behördendschungel. "Wir helfen bei Visum und den Einreiseunterlagen", so Buttkewitz.

Auch bei der Wohnungssuche nimmt sie die Gäste an die Hand, hilft bei Behördengängen oder klärt über Finanzierungsmöglichkeiten auf. Wenn gewünscht, erklären die Mitarbeiter des Welcome Center, wie die anderen Familienmitglieder einreisen können, unterstützen bei der Suche nach Kinderbetreuung und vermitteln Sprachkurse.

Ausländeranteil von sechs Prozent

Langfristig plant das Welcome Center eine Datenbank für alle ausländischen Gäste an der Uni Rostock. Die heutige Statistik sieht mit einem Ausländeranteil von sechs Prozent etwas mager aus. Nur 823 Studenten und 200 Doktoranden kommen aus dem Ausland. "Ein bisschen mehr multikulti würde der Entwicklung der Stadt gut tun", sagt Uni-Rektor Professor Wolfgang Schareck. Daher setzt er sich für eine stärkere Internationalisierung an der Rostocker Hochschule ein. Demnächst stehen der Internationale Tag sowie eine Chinesische und eine Europäische Woche an.

Die Entwicklung geht in die richtige Richtung: "Das Konzept ist unheimlich gut durchdacht", lobt Christian Schäfer vom Deutschen Akademischen Austauschdienst. "Viele Probleme sind von weltweiter Natur und erfordern eine internationale Zusammenarbeit."

Elena Popova unterstützt das neue Welcome Center als wissenschaftliche Mitarbeiterin. "Wenn Studenten aus dem Ausland hier ankommen, können sie sich erst kaum orientieren", sagt sie. Besonders trifft es die jungen Akademiker von anderen Kontinenten. "Das ist schon ein kleiner Kulturschock." Doch bei fast allen Anliegen können die beiden Mitarbeiterinnen helfen.

Den größten Anlauf erwartet das Welcome Center zum Start des Wintersemesters. "Wir organisieren dann einen Orientierungskurs für Studenten aus dem Ausland", berichtet Popova. Das Wichtigste sei, erst einmal die Formalitäten zu erledigen. "Doch da fängt es schon an: Die Formulare sind hier alle in Deutsch", berichtet sie aus ihrer Erfahrung. Ahlam Hibatulla ist aus dem Jemen an die Uni Rostock gekommen. Sie studierte hier Medizin, promovierte und kehrte vorerst wieder in die Heimat zurück. Doch Hibatulla lehrt nun als Gastprofessorin wieder an der Universität Rostock. Aber: "Heute geht es wieder zurück in den Jemen", verrät die Pendlerin - im fließenden Deutsch.

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