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Spezialmaschinen in Blowatz : Rosenkohl wird jetzt geköpft

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Die Tropfen fliegen besonderes reichlich, denn sie kommen gelegentlich auch von oben. Das spüren auch die Männer auf den Spezial-Erntemaschinen, denn die Rosenkohl-Ernte ist noch immer nicht beendet.

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erstellt am 06.Jan.2012 | 08:57 Uhr

Blowatz | Die Tropfen fliegen derzeit besonderes reichlich, denn sie kommen gelegentlich auch von oben. Das spüren auch die Männer auf den Spezial-Erntemaschinen, denn die Rosenkohl-Ernte ist noch immer nicht beendet. Dort sitzt man zwar wettergeschützt. Dennoch spritzen dicke Tropfen umher. Deshalb sind die Mitarbeiter des Blowatzer Landhofes in Ölzeug verpackt, wie die Fischer auf See. Denn immer wieder wird nach den wuchtigen Gemüse büscheln gegriffen. Nach dem maschinellen Köpfen wird alles, was am Stängel hängt, in die Pflückautomaten gesteckt. Am Ende bleiben zarte Röschen zurück und landen im Fahrzeugbunker.

Trotz dieser Automatisierung ist Handarbeit unerlässlich. Stress ist zwar nicht angesagt, weil das Kettenfahrzeug

nur im Schneckentempo mit ganzen 0,2 Kilometern pro Stunde über das Erntefeld kriecht. Doch am Ende des Tages spüren die Männer schon, was sie geleistet haben. Dann wird auch schnell klar: Ein Job für Weichlinge ist diese monotone und körperlich recht anstrengende Arbeit durchaus nicht.

Für die bereits vor mehr als hundert Jahren als "Brüsseler Kohl" in Belgien angebauten kleinen Röschen ist Feuchtigkeit wichtig. Und davon gab es in dieser Saison reichlich. Dank des milden Herbstes und dem bisherigen Winter sind die kleinen Röschen des begehrten Wintergemüses noch weiter gereift. Und da in diesem Winter die Region bisher von Eis und Schnee verschont blieb, kann der holländische Rosenkohlspezialist Jan Hofman voraussichtlich noch bis Ende Januar seine mehr als 100 Hektar großen Flächen abernten. Auf Frost, Eis und Schnee, wie in vergangenen Jahren um diese Zeit, kann er daher gern verzichten. Und zwar auch wenn es heißt, dass Rosenkohl ein paar Minusgrade benötigt, um richtig gut zu schmecken.Das sieht Landwirt Hofmann anders: "Die neuen Rosenkohl-Sorten sind von vorn herein süßlicher und benötigen daher keinen Frost, der ansonsten für diese Geschmacksänderung sorgt." Auf seinem Hof in Blowatz werden die edlen Röschen noch auf Größe fraktioniert und qualitätsgerecht verlesen. Die Ernte vermarktet der 42-jährige Anbauspezialist dann direkt und frisch über eine Erzeugergemeinschaft. Seit der Ankunft des Familienunternehmens im Jahre 1993 in Nordwestmecklenburg spezialisierte sich Hofman vorrangig auf diese Gemüseart.Bis zu 30 Tonnen werden bei ihm in Spitzenzeiten feldfrisch verarbeitet. Damit hat er in Ostseenähe das gefunden, was es hinter seinen Deichen in der Heimat nicht mehr gibt: geeignetes Land, auf dem bei feuchtem, leicht seeluftigem Klima zum Beispiel der Rosenkohl prächtig gedeiht. Doch der Erfolg brachte ihm letztendlich sein holländisches Fachwissen ein. Denn die Niederlande und Belgien gelten als Ursprungsländer des Rosenkohlanbaus.

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